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Kompliziertes Erfolgsgeheimnis

Trainerwechsel kein Garant für Trendwende

Von Stefan Knopf

Es gibt gute Gründe für Trainerwechsel, aber ein Garant für eine Trendwende sind sie noch lange nicht. Hannover 96 wartet nach drei Spielen unter Mirko Slomka sogar noch auf den ersten Punkt – und auch wenn eine umfassende Zwischenbilanz zu diesem Zeitpunkt unfair wäre, fragt das Publikum ungeduldig: Was bringt ein Trainerwechsel, wenn sich doch nichts ändert?
Drei Spiele, keine Punkte: Mirko Slomka wartet noch auf seinen ersten 96-Sieg.zur Nieden

Drei Spiele, keine Punkte: Mirko Slomka wartet noch auf seinen ersten 96-Sieg.zur Nieden

© Zur Nieden (Archiv)

Dieser Satz von Lorenz-Günther Köstner muss erst einmal einen Moment wirken. „Wir haben den Sieg noch nicht verdient“, hat er nach der 1:3-Niederlage des VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München am Sonnabend gesagt, was eine bemerkenswerte Aussage ist für einen Trainer eines Fußball-Bundesligisten. Zumal, wenn er Interimstrainer ist wie Köstner bei den „Wölfen“ und den Negativtrend der Mannschaft eigentlich stoppen soll. Aus diesem Grund schließlich war sein Vorgänger Armin Veh ja entlassen worden. Unter Köstner hat der VfL einmal unentschieden gespielt und einmal verloren, Hannover 96 wartet nach drei Spielen unter Mirko Slomka sogar noch auf den ersten Punkt – und auch wenn eine umfassende Zwischenbilanz zu diesem Zeitpunkt unfair wäre, fragt das Publikum ungeduldig: Was bringt ein Trainerwechsel, wenn sich doch nichts ändert?

Sechs Erstligisten haben in dieser Saison bereits ihren Trainer getauscht, 96 sogar zweimal: außer den „Wölfen“ und den „Roten“ noch der VfB Stuttgart, Hertha BSC Berlin, der VfL Bochum und der 1. FC Nürnberg. Im Grunde waren es sogar sieben Vereine, wenn man den FSV Mainz mitrechnet, der Jörn Andersen zwar noch vor dem 1. Bundesligaspieltag entließ und durch Thomas Tuchel ersetzte, damit aber auf die Niederlage in der 1. Runde des DFB-Pokals und die Gräben zwischen Trainer und Team reagierte.

Fast immer sprechen die Vereine vom „psychologischen Effekt“, den sie sich von einem Wechsel auf der Trainerbank erhoffen. Tatsächlich bedeutet die Verpflichtung eines neuen Trainers einen kleinen Neuanfang für die Mannschaft: Stammspieler müssen wieder um ihre Plätze kämpfen, andere Profis, die schon aussortiert und mithin frustriert waren, bekommen eine neue Perspektive. Ein gutes Beispiel dafür ist der VfB Stuttgart, wo Markus Babbel seine Spieler nicht mehr erreichte, sein Nachfolger Christian Gross mit fast identischem Kader aber noch immer ungeschlagen ist.

Es bleibt die Frage, wie nachhaltig der Ruck ist, der durch das Team geht. Studien belegen, dass es keinen Automatismus zwischen Trainerwechsel und Erfolg gibt. Die wahrscheinlich bekannteste Studie ist sieben Jahre alt und stammt von den Sportpsychologen Bernd Strauß und Alexandra Tippenhauer, die mehr als 10.000 Bundesligaspiele zwischen 1963 und 1998 analysiert haben. Ihr Ergebnis: Langfristig betrachtet seien Trainerwechsel wirkungslos. Fast scheinen die Bundesligisten sie in dieser Saison bestätigen zu wollen: Der einzige Verein, für den sich die Situation durch den neuen Trainer deutlich verbessert hat, ist der VfB Stuttgart, kleine Schritte hat der VfL Bochum gemacht. Alle anderen treten auf der Stelle.

Um es dem neuen Mann auf der Bank möglichst leicht zu machen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Der Zeitpunkt ist ein entscheidender Faktor: Es macht keinen Sinn, einen Trainer die Vorbereitung absolvieren zu lassen und ihn nach zwei Spielen zum Rücktritt aufzufordern, wie 96 es mit Dieter Hecking getan hat. Und das, obwohl der Bruch zwischen Trainer und Mannschaft hinlänglich bekannt war. Umso ärgerlicher, wenn der Verein den gleichen Fehler im Winter wiederholt und die Trennung von Andreas Bergmann versäumt, obwohl nicht zu übersehen war, dass er der verunsicherten Mannschaft nicht mehr helfen konnte.

Wenn der zum Retter erkorene Mirko Slomka jetzt feststellt, dass seine Mannschaft gar nicht fit ist für den Abstiegskampf, wird deutlich, dass die 96-Chefetage ihrem neuen Coach das wichtigste Mittel für ein erfolgreiches Arbeiten vorenthalten hat: Zeit.

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  • da geht noch was C.S. – 09.02.10
    Auf jedenfall geht da noch was... Ich wäre auch über 1 Punkt gegen Bremen zufrieden.. Hauptsache erstmal wieder was zählbares!!! Darauf könnte man aufbauen... Aber es kommen ja nicht nur die ganz großen brocken wie Bayern, Leverkusen, Schalke usw. auf uns zu sondern auch noch andere Clubs wie Freiburg, Frankfurt, Köln, Gladbach und Bochum die auch schlagbar sind... Vieleicht nicht gerade in der verfassung wie wir jetzt momentan auftreten aber durchaus machbar... Deshalb wäre es für`s Selbstvertrauen verdammt wichtig gegen Bremen was Zählbares zu holen... 96 muß kämpfen dann ist gegen Bremen ganz sicher was möglich... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Führungsschwäche KS – 09.02.10
    Ein Wirtschaftsunternehmen wie die Hannover 96 GmbH & Co. KG aA sollte hinsichtlich Managementmethoden und Führungsprinzipien einer Kapitalgesellschaft gerecht werden.
    Ein Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2007/8 einen Umsatz von 49 Mio € erwirtschaftet, wird den ständigen Austausch seines Führungspersonals nicht unbeschadet überstehen können. Wenn die "Chemie" zwischen Hecking und der Mannschaft nicht mehr stimmte, dann ist ein Trainerwechsel unabdingbar, dann aber zum richtigen Zeitpunkt.
    Nicht nachvollziehbar ist aus meiner Sicht die "Inthronisierung"
    von Bergmann, obwohl bereits zu dem Zeitpunkt Slomka zur Verfügung stand.
    Wenn 96 tatsächlich in Umsatzregionen wie z.B. Werder Bremen vorstoßen will (116 Mio € im Geschäftsjahr 2007/8), dann setzt das u.a. voraus, dass bestimmte Kontunuitätsgrundsätze befolgt werden.
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  • Nur noch Glück hilft Glück – 09.02.10
    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es fehlen 15-18 Punkte. Sprich 6 Siege.
    Gegen wen bitte? Dann müssen wir in der Tat Bremen, Bayern, Dortmund, Leverkusen oder sonstwen besiegen. Alles unwahrscheinlich. Aber nicht unmöglich.Ab und zu wird Wasser in der Wüste gefunden. Dazu gehört Glück. Vom Können sind wir weit entfernt. Oder der selbst ernannte
    Fußballflüsterer, Mirko Slomka , wird seinem Ruf gerecht. Viel Glück.
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  • Positive Entwicklung 96 Interessierter – 09.02.10
    Ich schließe mich dem grundsätzlichen positiven Tenor hinsichtlich der Handschrift von Slomka an. Die Mannhschaft wirkt gefestigter. Vor allem in der Defensive, was m.E. sehr wichtig ist.
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  • 96 taraganesch – 08.02.10
    3-2 wäre gut! hoffentlich... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Auf geht's !!! Ein treuer ROTER – 08.02.10
    Liebe Fans unserer ROTEN !!! Ich finde, dass wir ALLE noch einmal es versuchen sollten, am Samstag gegen Werder Bremen mit UNSERER Unterstützung als Fans UNSERER ROTEN Truppe eben auch UNSERE ROTEN anfeuern sollten. Die Handschrift von Slomka zeigt deutlich Verbesserung, auch wenn die 3 Spiele leider verloren gingen. Aber ich spüre da auch, dass UNSERE ROTEN (die meisten davon jedenfalls) mit den beiden Neuen doch noch was bewegen können. Ich glaube nun auch wieder daran, dass ab 13.2.2010 die Karten neu gemischt werden und auch UNSERE ROTEN wieder auf die Siegerstraße zurückfinden. Das Tor von Konè macht Hoffnung, und Ya Konan und Balitsch sind ja auch nicht auf Dauer für den Rest der Saison verletzt. Cherundolo, auch wenn er zur Zeit nicht optimal spielt, ist auf der rechten Seite trotzdem immer noch wertvoller als ein anderer Spieler zur Zeit. Und Djakpa würde ich neben Konè als 2.Spitze auflaufen lassen,mit einem 4-4-2 fahren wir DEFINITIV besser, außerdem sollten dann Djakpa und Konè sich in ihrer Ivorer-Heimatsprache vorne absprechen, um so die Gegner zu verwirren....denkt darüber mal nach, jedenfalls solange Djakpa vorne kicken lassen, bis Ya Konan wieder richtig fit ist. Lieber Trainer Slomka, verschone uns aber bis auf Weiteres von Hanke!!! Dann lieber Zizzo aus der 2. Mannschaft holen !!! Mein Tipp: Wir gewinnen 3:2 gegen Werder Bremen !!! Und damit läuten wir unsere Wende zum Besseren ein, auch, wenn wir nicht alle restlichen Spiele gewinnen werden !!! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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