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Fußball / Portrait

Marco Gregor: „Ich lebe den Trainerjob“


Im Fußball werden Qualifikationsnachweise anders als im realen Leben erbracht. Häufig reicht es, dass ein Spieler zu aktiven Zeiten viele Tore schoss, schon ist er auch ein guter Trainer. In der Bundesliga verleiht die einstige Spielkunst bisweilen sogar die Befähigung zum Manager.

Marco Gregors (r.) größter Erfolg: Der Aufstieg des TSV Krankenhagen in die Kreisliga.

© ph

Fußball. Von Jörg Bressem

Bei Marco Gregor lief es anders und völlig untypisch: Er tat sich nie als guter Spieler hervor und er schoss nie viele Tore. Doch ist er deshalb auch ein Theoretiker? Wohl kaum, denn er ist als Trainer äußerst erfolgreich – nicht mit fußballerischer Intuition, sondern mit Engagement, Fleiß, Lernbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit. „Ich lebe diese Aufgabe“, sagt er.

Marco Gregor führte den SV Obernkirchen auf den zweiten Platz in der Kreisliga, ist damit schon jetzt erfolgreicher als viele Übungsleiter vor ihm. „Eines Tages will ich in der Bezirksliga trainieren“, erklärt er. „Am liebsten natürlich beim SV Obernkirchen.“

Marco Gregors Laufbahn begann unscheinbar. Er trainierte die A-Jugend des SV Engern, war sechs Jahre beim nicht mehr existierenden VfB Rinteln, kümmerte sich um die Reserve des SV Obernkirchen und ging schließlich zum TSV Krankenhagen, mit dem er in nur einem Jahr völlig überraschend in die Kreisliga aufstieg.

Spätestens dort wurde klar, dass seine Erfolge kein Zufall sein können. „Eigentlich wollte ich länger in Krankenhagen bleiben“, erzählt er. „Doch dann kam das Angebot des SV Obernkirchen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen.“ Dort hat man es noch nicht bereut, Marco Gregor verpflichtet zu haben. Weil der Traditionsverein erstmals nach Jahren wieder am Aufstieg zur Bezirksliga schnuppert und weil die Trainingsbeteiligung gut ist, sind seine vorbildlichen Methoden von Interesse.

Marco Gregor bildet sich akribisch weiter, er besucht Fortbildungen und studiert permanent neue Trainingssysteme. „Im Fußball ist es genauso wie im sonstigen Berufsleben“, meint er. „Der Wandel verläuft immer rasanter und wer dann fachlich stehen bleibt, wird schnell abgehängt.“

Der 39-jährige Warenkommissionierer ist stolz darauf, dass sein Training abwechslungsreich ist. In den letzten drei Jahren habe er noch nie die Übungen einer Trainingseinheit wiederholen müssen.

Außerdem investiert er viel Zeit in die Beobachtung gegnerischer Mannschaften. „Ich habe den Anspruch, meinen Spielern jeden Sonntag individuelle Hinweise geben zu können“, erläutert er. Wichtig ist ihm auch, dass der SV Obernkirchen in der Fair-Play-Wertung mittlerweile ganz oben steht, und dass sein Trainerteam aus Sergej Wagner und Michael Scherf ausreichend gewürdigt wird. Auch die Arbeit von Jugendtrainer Oliver Nerge möchte er herausgestellt wissen: „Er versorgt mich mit bestens ausgebildeten jungen Leuten.“

Doch das weit überdurchschnittliche Engagement von Marco Gregor hat auch seine negativen Seiten: Früher fuhr er als eingefleischter Fan sogar zu Auswärtsspielen des Hamburger SV mit, heute reicht es zeitlich kaum noch für den Besuch eines Heimspiels. Auch weiß er, dass für seine Partnerin zu wenig gemeinsame Zeit bleibt. Doch in seinem Engagement für den Trainerjob will er nicht nachlassen, denn vielleicht klappt es ja schon in dieser Saison mit der Bezirksliga. „Platz 1 bis 3 ist drin“, ist sich Marco Gregor sicher.

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