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„Als ich noch ein Kind war...“


„....gab es noch die Reichsmark, aber nur drei Monate“. Otto Daseking wurde 1948 kurz vor der Währungsreform in Bad Nenndorf geboren. Der Sport bescherte ihm viele gute, aber auch schmerzhafte Erfahrungen.
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Otto Daseking hat als Sportler und Funktionär viel erlebt.

Und immer in Gelb-Blau, den Farben vom VfL Bad Nenndorf. Mehr als 30 Jahre engagierte sich Daseking ehrenamtlich für seinen Sport. Die Verbundenheit zum Handball führte ihn bis hinauf in das Präsidium des Handballverbandes Niedersachsen.

 Vater Otto arbeitet als Möbeltischler, Mutter Hertha führt den Haushalt. Zusammen mit zwei jüngeren Schwestern wächst Otto junior in Bad Nenndorf auf. Die schweren Nachkriegsjahre waren vorbei, das Leben hatte sich normalisiert.

 1954 beginnt der Ernst des Lebens in der Volksschule Bad Nenndorf. Es war eine Zeit, in der noch keine Staffelung bei den Jugendmannschaften nach heutigem Muster üblich war. G- und F-Jugendmannschaften gab es schlicht nicht. Aber es gab den Zandersaal in Bad Nenndorf, dorthin ging es einmal die Woche. Geräteturnen stand auf dem Plan, in dem kleinen Saal waren Barren und andere Geräte aufgebaut.

„Man ging dahin, wir haben es gerne getan“, erinnert sich Daseking an seine ersten sportliche Schritte. Dazu gehörte auch der Dreikampf: Laufen, springen, werfen. „Auch in der Schule“, sagte Daseking. Da sei dann das Klassenzimmer ausgeräumt worden und die Geräte aufgebaut.

 1959 bestritt er den ersten Wettkampf für den VfL beim Gauturnfest in Sülbeck. „Mit Übernachtung“, meinte Daseking. Zusammen mit Manfred Schlick wurde bei einem Landwirt übernachtet. Nicht ganz problemlos: Die Betten waren groß, vor allem die Deckbetten und die Turner nicht riesig. Die beiden krochen abends unter die Federbetten, am anderen Morgen wieder heraus. „Die Bäuerin schimpfte, weil sie dachte, wir wären die Nacht über nicht da gewesen“, lacht Daseking in Erinnerung an das Erlebnis.

 Aber wenig später war es so weit, in der Handballhochburg Bad Nenndorf entdeckte Daseking die Liebe zum harten Sport. Damals auf dem Großfeld, draußen, die Halle war nur für den Winter vorgesehen. „Ich durfte immer nicht nach vorne, weil ich der Kleinste war“, schildert er taktische Winkelzüge.

 An Peter Franke, seinen Coach bei den A-Junioren, erinnert er sich genau: „Der hat uns immer lang gemacht beim Training“. Gespielt wurde bei Heimspielen immer vor der Ersten, mittags um 13 Uhr. Mitte der 1970er Jahre, die Zeit des Feldhandballs näherte sich dem Ende, erlebte Daseking eine kleine Sensation mit.

 â€žDamals wollte der VfL noch einmal eine Meisterschaft holen. Dann kam es zu dem Ereignis: Jörg (Timo) Bartels, gerade 18 Jahre alt, spielte mit seinem Vater Helmut in einer Mannschaft“, sagte Daseking. Er sei aber nur mitgefahren, irgendwo im Osnabrücker Raum sei das gewesen.

 1976 begann die mehr als dreißig Jahre dauernde Tätigkeit im Ehrenamt. Zunächst als Spartenleiter/Handball beim VfL. Zwischenzeitlich probierte Daseking auch andere Sportarten aus. Alpin-Ski und Tennis gehörten dazu. Beim Tennis stellte Daseking schnell fest, dass dieser Sport nicht seiner war. Anders verhielt es sich mit dem Skilaufen. „Als ich merkte, dass ich nicht unter die besten der Welt komme, habe ich aufgehört und die Sachen verschenkt“, schmunzelt Daseking.

 Paradoxerweise beendete 1978 ein Bandscheibenvorfall ausgerechnet beim Skifahren die sportliche Karriere als Handballer. Eine Operation folgte und er rappelte sich wieder auf. „Und dann nur noch Altherren-Ausgleichssport, immer montags Gymnastik beim VfL“, erläuterte Daseking die Folgen. Ein Jahr später stand er auf Langlaufskiern, ein weiteres Jahr verging und der alpine Skilauf hatte ihn wieder.

 Herbert Bock, damals Vorsitzender der Deister-Schaumburg-Leine-Staffel (DSL) holte Daseking richtig in das Funktionärsleben. Staffelleiter, Spielwart, das Engagement setzte sich fort. Am Ende war Daseking Vizepräsident/Spieltechnik im HVN-Präsidium. Bekannt und manchmal gefürchtet sind die sehr pointiert eingesetzten Bibelzitate wie „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich gebiete (Johannes 15, Vers 14). So begrüßte Daseking seine Kollegen bei seiner ersten Sitzung als Präsidiumsmitglied im HVN.

 Dazwischen lag die Heirat mit Ehefrau Gabi, drei Kinder hat das Ehepaar Daseking. Zwei hat es beruflich nach Berlin gezogen. Der dritte, Philipp, stellt in Schaumburg und darüber hinaus eine bekannte Handballgröße dar.

 Daseking war dabei, als im Handball die ersten Computer die Arbeit erleichterten. Das erstellen von Spielplänen war bis dahin eine äußerst mühsame Angelegenheit, besonders die Vervielfältigung der irgendwann fertigen Pläne. Zwei Computer – „mit einem Basic-Programm“ – wurden angeschafft und machten fortan vieles leichter.

 Daseking war daran beteiligt, als aus der DSL-Staffel letztlich die heutige Handballregion Weser-Schaumburg-Leine (WSL) entstand. Beim WSL hat Daseking heute noch die Spieltechnik unter sich. Vom Amt des Vizepräsidenten beim HVN zog sich Daseking im vergangenen Jahr zurück. „Das Maß war voll“, erklärte Daseking.

 Unstimmigkeiten um Schiedsrichter, Probleme bei der Zusammenarbeit mit dem Landesverband Bremen sowie weitere Dinge summierten sich. „Die Zusammenarbeit entsprach nicht den Vorschriften der Spiel- und Rechtsordnung, dass es sportlich fair zugehen muss. Da habe ich in den Sack gehauen“, sagt Daseking zu seinem konsequent ausgeführten Schritt.

 â€žEs ging mir immer gut“, resümiert Daseking die vergangenen Jahrzehnte, vor allem die Jugend als eine der ersten Nachkriegsgenerationen. Dazu zählen auch die Ausbildung mit Fachhochschulstudium und anschließend eine 40-jährige Tätigkeit beim der LVA in Hannover.

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