Kreis Schaumburg (hga.). Stephan Rautenberg erkämpfte sich den Weltmeistertitel bei der 32. Footbag-WM in Berlin, im Footbag-Golf sowie Footbag-Netz folgten im Dezember zwei Deutsche Meistertitel in Hamburg. Torsten Künzel kam bei der WM unter die besten zehn, bei den Deutschen Titelkämpfen stand zunächst der 3. Platz im Footbag-Netz, dann im Freestyle die Meisterehren zu Buche.
Karl Christian Damke errang im Golf einen 3. Rang, in derselben Disziplin wurde Andre Volksdorf Zweiter. Eine wahre Medaillenflut, welche der seit fünf Jahren im Kultur- und Sportverein „Tu Wat“ Schaumburg bestehenden Sparte viel Auftrieb verlieh. 55 Mitglieder hat die Sparte, 20 davon sind aktiv.
In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus den USA nach Europa gekommen, spricht der Sport hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene an. In Stadthagen entstand die Idee, eben der genannten Zielgruppe Möglichkeiten zu geben, alternative Freizeitaktivitäten in die Tat umzusetzen.
Künzel ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins, Rautenberg Spartenleiter. Jeweils mittwochs ab 20.45 Uhr treffen sich die Sportler in der Olympiahalle, um 90 Minuten mit den kleinen Beuteln zu trainieren. Drei Disziplinen werden dabei geübt. Da ist zunächst das Freestyle, in dem der kleine Ball möglichst kunstvoll in der Luft gehalten werden muss. Auf Meisterschaften läuft ein solcher Vortrag nach einer eigenen Choreografie zur selbst gewählten Musik ähnlich einer Kür im Eiskunstlauf ab.
Die Disziplin Footbag-Netz ist am ehesten mit dem Volleyball zu vergleichen. Gespielt wird im Einzel oder Doppel. Im Einzel sind zwei Kontakte erlaubt, ehe der Ball über das Netz gespielt werden muss, im Doppel sind es drei Kontakte. Als Trefferfläche ist alles unterhalb der Knie erlaubt.
Bleibt noch Footbag-Golf, allerdings ohne Schläger. Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden, es gilt, ein Ziel zu treffen – praktischerweise müssen dafür des öfteren Eimer herhalten. Der Ball wird aus der Luft geprellt, dann zählen die „Tritte“ bis zum Treffen des Ziels. Wenn es einen Unterschied zum klassischen Golf gibt, sind es die Distanzen. Die reichen von wenigen Metern bis hin zu mehreren Kilometern. Footbag ist vor allem im Sommer eine ziemlich beliebte Disziplin.
Aktuell gibt es nur fünf Vereine bundesweit, in denen Footbag angeboten wird. Nach Stadthagen jedenfalls kommen Sportler aus Hildesheim und Bielefeld zum Training, die Zahl vereinsloser Sportler dürfte hoch sein.
Rautenberg hat über den Kreissportbund eine Übungsleiterlizenz erworben. Der kürzlich gekürte Weltmeister leitet AGs in verschiedenen Schulen und bietet auch Workshops an. „Es ist auch schon im Grundschulalter möglich, Footbag zu spielen“, erklärt Rautenberg. Für den Sommer ist ein Trainingsangebot für Kinder geplant, Informationen dazu wird die Sparte rechtzeitig auf ihrer Internetseite www.tuwat.org veröffentlichen. Über die Internet-Präsenz ist auch die Kontaktaufnahme für Interessierte möglich.
Zunächst einmal ist das Angebot auf jene Sportler abgestimmt, die aus Spaß an der Bewegung kommen. „Der Sinn ist es, erst ‘mal einen Zugang zum Sport anzubieten“, erläutert Künzel. Sei der erst einmal geschafft, würden sich Fortschritte recht schnell einstellen, so Künzel. Was sicherlich auch daran liegt, dass eben die Arrivierten und Titelträger zusammen mit den Anfängern trainieren. So werden die Fortschritte auch bei Anfängern noch einmal schneller sichtbar. Wer dann allerdings noch mehr erreichen will, an Turnieren und Meisterschaften interessiert ist, findet gute Unterstützung.
„Jeder, der Förderung möchte, bekommt sie“, sagt Künzel. Als Ziele für die nähere Zukunft will die Sparte die Nachwuchsarbeit verbessern und die Aus- und Fortbildung von Trainern forcieren.
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