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Bückeburg / Radrennen

Irrsinnige Abfahrten in der „Hölle“

Schon so manchem Formel-1-Renner ist auf der Nordschleife des Nürburgrings die Puste ausgegangen, und bei den berühmt-berüchtigten 24-Stunden-Rennen sah auch so mancher Bolide die Zielfahne nicht. Wohl aber Max Holz. Der Bückeburger war jetzt einer von Tausenden von Teilnehmern, die sich der Herausforderung von „Rad & Run auf dem Ring“ stellten: 24 Stunden entweder Radfahren oder Laufen auf dem Nürburgring.
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Bückeburg (rc). Ganze 24 Stunden radelte der Randonneur – so nennen sich die Extrembiker, bei denen der Spaß erst ab 200 Kilometern aufwärts anfängt – zwar nicht, weil seine Augen nachts nicht mitspielten und er eine mehrere Stunden dauernde Zwangspause einlegen musste. Aber immerhin schaffte er elf Runden auf der insgesamt 25 Kilometer langen Strecke – der alten Nordschleife und einem Teil des neuen Formel-1-Kurses. Er landete damit in der Ergebnisliste im guten Mittelfeld. Die elf Runden bedeuteten insgesamt 284 Kilometer, die der Initiative Eltern krebskranker Kinder („Elki“) am Mindener Klinikum zugute kommen. Das Geld spendete „Le Bistro“-Wirt Michael Vogt für jeden gefahrenen Kilometer.

„Es war supertoll. Eine wunderschöne Landschaft und irrsinnige Abfahrten“, schwärmte Max Holz im Gespräch mit unserer Zeitung von der körperlichen und mentalen Herausforderung in der „grünen Hölle“ Nürburgring: „Wie man da mit einem Rennauto fahren kann, kann ich mir gar nicht vorstellen.“ Rauf und runter gehe es an den Hängen der Eifel, die steilste Steigung beträgt 17 Prozent, die schnellste Abfahrt schaffte er mit 89 Stundenkilometer. „Die werde ich so schnell auch nicht mehr schaffen.“

Das ständige Auf und Ab mit den scharfen Kurven ist es auch, was vielen Bikern „den Zahn zieht“, wie Max Holz schilderte. Insbesondere der Anstieg hoch zur „Hohen Acht“ sei mörderisch gewesen. Nicht umsonst platzierten die Veranstalter eine Verpflegungsstation dort oben. Und mit jeder Runde wuchs die Erkenntnis: „Bei jeder Abfahrt den Schwung mit hoch für den nächsten Anstieg mitnehmen.“ Und: „Bloß nicht immer an der Bremse ziehen.“ Die Kurven seien so komfortabel ausgebaut, dass man keine Angst haben müsse, von der Strecke zu fliegen. Max Holz: „Man muss sich nur daran gewöhnen.“
Nicht gewöhnen konnten sich dagegen seine Augen an die Dunkelheit der Nacht. Teilweise habe er nicht mehr gesehen, wo er gerade gefahren sei. Daher habe er kurz vor Mitternacht entschieden, vom Rad zu steigen und erst wieder beim ersten Morgengrauen loszufahren.

So hatte er etwas Zeit mitzubekommen, was sich so auf und am Nürburgring abspielte. „Das war eine Riesenparty mit einer Superstimmung.“ Geschlafen wurde übrigens im Zelt direkt an der Strecke in den Auslaufzonen: „Da, wo sonst kein Mensch hinkommt und was man nur im Fernsehen sieht.“ Als Chauffeur, Versorger, Verpfleger, Sponsor und moralischer Unterstützung war übrigens Uwe Pöhler aus Müsingen mit an den Nürburgring gereist.

Nach kurzem Schlaf stieg Max Holz am Sonntagmorgen beim ersten Tageslicht wieder aufs Rad und schaffte noch einmal sechs Runden. Außer den 284 Streckenkilometern kamen übrigens exakt 5590 Höhenmeter zusammen, wie der Bückeburger ausgerechnet hat.

Obwohl es viel Kraft und Motivation gekostet hat: „2011 bin ich wohl wieder dabei.“ Pläne für ein neues Rad sind bereits in der Schublade, mit dem besten LED-Scheinwerfer, den es derzeit gibt: „Damit ich nachts weiterfahren kann.“ Und: Mehr trainieren will er im Vorfeld auch.

Übrigens: Das Rad, mit dem Max Holz am Nürburgring war, hat den Kraftakt nicht überstanden. Die Antriebseinheit, also Ritzel und Kette, ist hinüber und wird derzeit in einer Werkstatt erneuert.


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