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Fußball

Mitschker: Ja, wir wollen in die Landesliga!


 Halten wir uns an die Fakten: Der FC Stadthagen ist Tabellenführer und er schoss die meisten Tore. Beizukommen war ihm nur auf Kunstrasen in Barsinghausen. Dort verlor er sein einziges Spiel. Der FC Stadthagen schlug mit Holzminden, Bad Pyrmont und Rinteln sämtliche Mitbewerber.
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Zum Schlüssel des Erfolgs kann Guiliano Maione (links) werden: Der FC-Torjäger trifft zwar nicht immer, hat aber schon viele entscheidende Tore erzielt. Bis zur Winterpause waren es zwölf Treffer. Zusammen mit Selim Kilinc bildet Maione ein sehr effektive

Von Jörg Bressem

Nicht nur ein Torjäger, sondern viele Spieler erzielen beim FC die Tore und im Sommer wird die Mannschaft mit weiteren, gezielten Verstärkungen nochmals ausgebaut. Kurzum: In Stadthagen wächst ein großes Kunstwerk heran, der FC ist der Meisterschaftsfavorit, er will in die Landesliga und er schickt sich an, die Frage nach der Nummer Zwei in Schaumburg abschließend zu klären. Trainer Steffen Mitschker bestätigt: „Ja, wir wollen aufsteigen, wir wollen uns abheben und wir wollen den Abstand zum VfL Bückeburg verringern. Diese Stadt hat einen Landesligisten verdient.“

 Steffen Mitschker – was er innerhalb eines Jahres in Stadthagen bewirkte, ist einzigartig und sucht seinesgleichen. Die Mannschaft übernahm er auf einem Abstiegsplatz. Der FC Stadthagen war Vorletzter, abgeschlagen, demoralisiert und orientierungslos. Doch mit Steffen Mitschker kam in fast wundersamer Weise der Erfolg zurück: Erste zaghafte Erfolge in der Hallenrunde, Systemumstellungen, neue Spieler aus der Jugend und schließlich der Bilderbuchstart in die Rückrunde. Ehe die Konkurrenz richtig wach wurde, hatte sich der FC Stadthagen schon ins Mittelfeld abgesetzt. Das Stadthäger Projekt Klassenerhalt hatte eine gewisse Leichtigkeit. Steffen Mitschker blickt zurück: „Die Mannschaft erkannte, dass Erfolg in gewisser Hinsicht auch planbar ist.“ Und natürlich spürte sie, dass sie dem Trainer vertrauen kann.

 Waren die Erfolge bis dahin noch weitgehend selbst gemacht, so wurden sie im letzten Sommer mit frischen Kräften systematisch weiter ausgebaut. Turgay Bilgi, der umtriebige Manager des FC Stadthagen, verkündete mit Ugur Cakir und Selim Kilinc schon früh Erfolge bei der Verpflichtung neuer Spieler. Später gelang ihm auch noch der Coup mit Guiliano Maione.

 Der FC Stadthagen hatte allen Grund, optimistisch in die neue Saison zu gehen, und er surfte weiterhin auf der Erfolgswelle. „Wie haben unsere positive Grundeinstellung ansatzlos in die neue Saison mitgenommen“, erklärt Steffen Mitschker.

 Natürlich hatte der FC Stadthagen auf seinem Weg an die Tabellenspitze teilweise auch Glück, er machte wichtige Tore zum richtigen Zeitpunkt. Aber es gab auch viele Spiele, in denen Stadthagen dem Gegner fußballerisch haushoch überlegen war.

 Steffen Mitschker formte eine Mannschaft, die über Wochen hinweg fast unverändert blieb. Junge Spieler wie der Innenverteidiger Timo Kuhnert und Thimo Krebs auf der rechten Seite wurden zu Leistungsträgern, das Angriffsspiel war mit Guiliano Maione, Selim Kilinc und Yasin Korkmazyigit äußerst flexibel, Marcel Baluschek und Timo Gassmann wuchsen in neue Aufgaben hinein – alles passte plötzlich zusammen.

 Ob der Aufstieg des FC Stadthagen schon in dieser Saison gelingt, scheint zweitrangig zu sein. Auf Dauer ist er ohnehin unvermeidbar. Das liegt auch an der äußerst aktiven Personalpolitik. Mit ihr macht sich der FC Stadthagen allerdings nicht nur Freunde. Besonders beim „Intimfeind“ SV Nienstädt sorgten die Abwerbungsversuche des Nachbarn für Ärger. Steffen Mitschker glaubt, dass die Kontakte überbewertet werden: „Natürlich unterhalten wir uns mit Spielern anderer Vereine, auch mit Nienstädtern. Das gehört zu den Aufgaben. Aber nicht immer handelt es sich um Abwerbungsversuche.“ Der FC Stadthagen habe sich Gedanken gemacht, habe für den kommenden Sommer konkrete Namen auf dem Zettel, über die man sich schließlich auch charakterlich ein Bild zu machen habe.

 Zunächst gilt es aber, die Konzentration voll und ganz auf die Rückserie zu lenken. Sobald der FC Stadthagen die drei schweren Auswärtsspiele in Rinteln, Bad Pyrmont und Holzminden absolviert habe, werde sich zeigen, ob es tatsächlich etwas werden kann mit der Meisterschaft, glaubt Steffen Mitschker: „Ich habe der Mannschaft erklärt, dass wir bisher überhaupt noch nichts gewonnen haben.“

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