Sportlerwahl. Der Rentner ist in der Welt unterwegs, lief Marathons in Rom, Barcelona, Wien, Paris, London oder Amsterdam. Seine beste Zeit im vergangenen Jahr erzielte der 67-Jährige in Florenz. Nach 4:06:50 Stunden überquerte der zweifache Opa die Ziellinie. Als seinen größten Erfolg bezeichnet der Ahnsener den Berlin-Marathon. Scharf quälte sich nach langer Verletzungspause zum Comeback in der Bundeshauptstadt. Seit 1987 ist der leidenschaftliche Fußballer dem Lauf-Virus verfallen. Laufen und Walken sind sein Lebenselixier. Fast 100 Marathons stecken Scharf bereits in den Beinen. Was haben Sie in diesem Jahr, sportlich gesehen, besonders gut gemacht?
Nach meiner Knieverletzung, mit zehnmonatiger absoluter Laufpause, habe ich mich kontinuierlich aufgebaut und zielgerichtet auf meinen 21. Lauf beim Berlin-Marathon am 25. September 2011 hingearbeitet. Die gelaufene Zeit von 4:30:26 Stunden, für einen 67-Jährigen als erneuter Einstieg, ist unter diesen Umständen für mich überaus akzeptabel gewesen. Was war außerhalb vom Sport besonders gut?
Außerhalb des Sports war in diesem Jahr besonders gut, dass ich wegen meiner Verletzung auch mal etwas mehr Zeit für meine privaten Angelegenheiten zur Verfügung hatte. Somit konnte ich immer wieder aufgeschobene Renovierungsarbeiten in unserem Haus, lange versprochene Besuche bei Freunden und Verwandten und mit guten Freunden eine schöne Reise nach Cornwall durchführen. Welchen Sportler möchten Sie gerne kennenlernen und warum?
Reinhard Mey. Der Liedermacher ist allerdings nur Hobbysportler (Läufer). Als langjähriger Sylt-Fan würde es mich reizen, ihn persönlich kennenzulernen und ihn bei einem seiner morgendlichen Läufe auf der Insel zu begleiten. Seine Lieder und seine bescheidene, zurückhaltende Art faszinieren mich an ihm. Wie motivieren Sie sich?
Da ich das Laufen als einen ganz wichtigen Bestandteil meines Lebens ansehe, bin ich dementsprechend immer sehr motiviert. Wenn man in 24 Jahren Laufen nicht ein einziges Mal das Training „geschwänzt“ hat, sagt das über Motivation wohl alles. Natürlich habe ich auch mal gefehlt, aber dann nur wegen Urlaub, Krankheit oder wichtigen anderen Terminen. Wie gehen Sie mit Niederlagen um?
Mit Niederlagen kann ich gut umgehen. Ich weiß, dass es viele gute Sportler gibt die gute, und oft auch bessere Leistungen bringen als ich. Noch mehr und intensiver zu trainieren, wäre eine Lösung. Ich kann gute Leistungen anderer aber problemlos akzeptieren. Welchen Sport üben Sie vor dem Fernseher aus?
Ich sehe mir fast jede Sportart vor dem Fernseher an. Besonders interessiert mich, als Hannover-96-Anhänger, aber der Fußball und da natürlich die „Roten“. Welche Sportart würden Sie gern mal ausprobieren?
Ski-Langlauf wäre eine Sportart, die ich gerne mal ausprobieren möchte und wo ich denke, auch gut zurechtkommen könnte. Wo kann man Sie beim Feiern treffen?
Beim Feiern könnte man mich und meine Sportfreunde der Bückeburger Laufgruppe immer mittwochs in unserem Stammlokal „Pinocchio“ in Bückeburg treffen. Wir treffen uns dort jede Woche, das stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Gäste sind dabei immer willkommen. Mit was feiern Sie? Schampus oder Mineralwasser?
Gefeiert wird fast ausschließlich mit alkoholfreien Getränken. Zu ganz besonderen Anlässen muss es aber auch mal Schampus sein. Warum sollten Sie die Leser zum Sportler des Jahres 2011 wählen?
Die Leser werden sicherlich unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wem und weshalb sie ihre Stimme vergeben. Ich bin nicht nur erfolgreicher Sportler, sondern nebenbei auch Funktionär und denke, dass ich in beiden Bereichen mehr als 20 Jahre sehr gute Erfolge und Leistungen vorweisen kann. Für mich selbst erscheint der Aufbau unserer heutigen Laufgruppe beim VfL Bückeburg, von quasi null auf jetzt fast 120 Personen, die wohl größere Leistung zu sein.
Wenn Sie für Karl-Heinz Scharf als Sportler des Jahres stimmen möchten, wählen Sie die Telefonnummer (0137)8 88 02 00 01 (siehe Telefonkasten auf dieser Seite).
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