Fußball (uk). Sie waren schon beim SV Nienstädt 09, haben die A-Junioren der JSG Enzen/Niedernwöhren trainiert. Warum wieder Sachsenhagen?
Für mich war es schon ein Anliegen, in meinen Heimatverein zurückzukehren. Wenn ich die Anfrage jetzt abgelehnt hätte und noch einen weiteren Trainer beziehungsweise eine andere Vereinsführung abgewartet hätte, hätte es wahrscheinlich nicht mehr funktioniert.
Und der MTV Rehren A.R. hat die Entscheidung so hingenommen?
Die Trennung verlief absolut freundschaftlich. Der Vorstand hat sofort mitgemacht. Ich gehe zwei Klassen höher und kehre zu meinem Heimatverein zurück – da hatte man in Rehren schon Verständnis. Ich bin mit allen im Reinen – mit Vorstand, Zuschauern und nicht zuletzt mit der Mannschaft. Wäre das Angebot nicht gekommen, wäre ich dort auch nicht weggegangen.
Wie weit spielt die Entwicklung in Rehren A.R. bei der Entscheidung eine Rolle?
Die sportliche Entwicklung war nicht so wie erhofft, die Trainingsbeteiligung aus verschiedensten Gründen rückläufig und somit erschien das Ziel direkter Wiederaufstieg schwer erreichbar. Dadurch fiel die Entscheidung leichter.
Aber Sie haben sich nach dem Abstieg mit Rehren A.R. schon etwas mehr versprochen als Rang vier zur Winterpause?
Nein, nicht unbedingt von Anfang an. Vor Saisonbeginn haben wir uns nicht zwingend als Wiederaufsteiger gesehen. Im Verlauf hat sich aber gezeigt, dass man aufgrund der Qualität der gesamten 1. Kreisklasse besser da stehen müsste.
Zurück zum SVS. Sie haben dort bereits vier Jahre als Trainer gearbeitet, viele Spieler aus der ersten Amtszeit sind noch da. Wird der Trainer Torsten Menzer dort von allen Spielern mit offenen Armen empfangen?
Es ist schon so, dass der Wechsel damals auch von Mannschaftsseite mit forciert wurde. Es sind noch einige Spieler da, die damals dabei gewesen sind. Nichtsdestotrotz bin ich mit den Spielern immer freundschaftlich verbunden gewesen, schließlich waren wir vor meiner Zeit als Spielertrainer bereits mehrere Jahre Mannschaftskameraden – somit gab es auch kein Problem und ich hoffe, dass es dabei bleibt.
Wie schätzen Sie denn den Leistungsstand der Mannschaft ein? Reicht es zum Klassenerhalt?
Die Mannschaft würde ich mindestens auf Top-Krelisliga-und-besser-Niveau einschätzen. Durch unsere Lage im Tabellenkeller schmerzt jede Niederlage, deshalb ist es schwer zu sagen, ob es für den Klassenerhalt reichen wird. Wenn alle gesund sind, haben wir sicher die Chance uns gegen die Mannschaften aus dem unteren Bereich durchzusetzen.
Also raus aus dem Fahrstuhl?
Wir wollen die Klasse halten und uns dann im Bezirk etablieren. Ich bin optimistisch, dass der SVS sich dauerhaft halten kann, auch wenn auch aufgrund unserer Vereinsphilosophie immer wieder der Kampf um den Klassenerhalt ein Thema sein wird. Das muss man schon realistisch sehen.
Sie haben derzeit viele Verletzungssorgen. Ist der Kader zu dünn besetzt?
Ich habe so um die 19 Spieler im Kader, das ist eine normale Zahl. Davon sind in der Hinrunde sehr viele Spieler ausgefallen und wir hoffen, dass die alle zurückkommen. Wenn man einen Stamm von 15 bis 16 Spielern hat, ist das in Ordnung. In der Hinterhand haben wir mehrere A-Junioren, die sich in der Hinrunde schon bewiesen haben.
Die Mannschaft hatte in der Hinrunde offensichtlich mit Leistungsschwankungen zu kämpfen. Woran liegt das?
Die vielen jungen Spieler sind im vorletzten Jahr aus der A-Jugend gekommen, haben dann ein bisschen in der Kreisliga gespielt, getragen von den guten und erfahrenen Spielern wie Ingo oder Dennis Poschlod oder anderen, die Bezirksliga spielen können. Durch die vielen Ausfälle stehen die jungen Leute jetzt gerade auch im hinteren Bereich unter Stress und sind in der Verantwortung. Wenn dann an einem Tag mal etwas in die Hose geht, dann geht es richtig in die Hose. Das ist etwas, das wir abstellen müssen.
Wie sehen denn die Perspektiven für die nähere Zukunft aus? Der SVS betreibt eine gute Jugendarbeit. Reicht das aber auf Dauer für die Bezirksliga?
Man muss ganz klar sagen: Die A-Jugend spielt in der Kreisliga. Natürlich wächst aus so einer Jugend nicht sofort ein Bezirksligaspieler für die Herren heran. Aber wenn man auf die eigene Jugend baut, und das machen wir, dann wird es schon etwas schwieriger. Wir haben keinen Sponsor im Hintergrund, der wahllos Geld hineinwirft. Uns laufen Spieler von außerhalb nicht die Bude ein. Finanziell locken wir keinen. Somit müssen es Spieler aus den eigenen Reihen bringen – fertig.
Was wird Torsten Menzer jetzt anders machen als seine beiden Vorgänger Jürgen Hensel und Marcel Fritsche?
Meine beiden Vorgänger haben sehr erfolgreich gearbeitet. An diese Erfolge möchte ich anknüpfen. Was ich anders machen werde, kann ich nicht beurteilen. Ich bin sicher ein anderer Typ, habe andere Trainingsinhalte, andere Umgangsformen. Ich werde versuchen, meine Ideen erfolgreich einzubringen.
SN-Online.de Anmeldung