Elf Freunde: Die C-Junioren der JSG Nordschaumburg zeigten Moral und Zusammenhalt. hga.
Für die Trainer Jörg Hasselbring und Guido Deseniß war früh klar, dass eine schwere Spielzeit zu erwarten war. „Wir wussten, dass drei Spieler nach Burgdorf wechseln wollten. Da war uns klar, dass die Saison schwer wird“, erinnert sich Hasselbring.
Timo Kastening und Gerrit Gehrke kündigten den Wechsel vor der Saison an, während Marcel Rose sich erst nach dem vierten Spiel entschloss, zum TSV zu gehen. Tim Thies entschied sich nach der Vorbereitung, doch lieber Fußball spielen zu wollen.
„Die Stimmung war sehr bedrückt bei uns, wir wussten selber noch nicht, ob wir Lust haben weiter zu spielen“, äußert sich Mark Moch zu der damaligen Lage. Die Mannschaft hockt im Kreis beieinander. Es sei zunächst in der Mannschaft besprochen worden, in der zweiten Mannschaft weiterzuspielen, meint Henning Buhl rückblickend. „Es kam zum Beschluss, dass wir aufhören wollen. Das war aber noch nicht richtig festgelegt“, erinnert sich Buhl. Er und Deseniß hätten sich angesichts der Lage ebenfalls entschlossen, die Mannschaft in die Kreisliga zurückzumelden, schob Hasselbring nach.
Zu diesem Zeitpunkt entwickelte der JSG-Vorstand unerwartete Aktivitäten. JSG-Chef Holger Breves und sein Vize Jörg Meyer erschienen unangemeldet beim Training, um noch einmal mit der Mannschaft zu reden. „Sie haben uns gesagt, dass sie es gut fänden, wenn wir trotzdem weiter machen“, sagt Buhl. Die Saison würde zwar schwer, aber man wolle ja auch Spielerfahrung haben, erläuterte Buhl den Entschluss zur Umkehr.
„Wir sind davon überrascht worden“, räumt Hasselbring ein. Die Jungs hätten sich trotz aller zu erwartenden Schwierigkeiten zum Weitermachen entschlossen. „Sie haben uns überrumpelt“, meint Deseniß. Im Nachhinein könne man aber jetzt sagen, dass es richtig gewesen sei. Man müsse halt andere Schwerpunkte setzen, so Hasselbring. „In so einem Fall kann man nicht hundert Prozent Leistung abfordern“, erklärt Hasselbring. Die Jungs hätten lernen müssen, aus Niederlagen zu lernen, dass es irgendwo weitergeht. „Guido und ich sind froh und stolz, dass die Jungs alle dabei geblieben sind“, unterstreicht Hasselbring einen unübersehbaren Reifeprozess.
„Wir wollten einfach überhaupt nicht verlieren. Dazugelernt haben wir alle“, meldet sich Nils Böttcher zu Wort. Dominik Rasche unterstützt seinen Mannschaftskameraden. „Nach jedem Spiel hatten wir mehr Spaß zusammen“, meint Rasche. Die Mannschaft sei zusammengewachsen, konstatiert Rasche den fest gewordenen Zusammenhalt.
Unterstützung erfuhren die Spieler auch vonseiten der Eltern. „Die fanden es gut, obwohl es abzusehen war, dass wir nicht so viel gewinnen würden“, veranschaulicht Adrian Pfingsten den Grad der Hilfe von außen. Es sei ihnen immer gesagt worden, es ginge nicht nur ums Gewinnen, sondern auch darum, wie ein Spiel verloren ginge. „Wenn man mit nicht so vielen Toren verliert und gut spielt, ist es in Ordnung. Dann muss man sich keinen Vorwurf machen“, verdeutlicht Pfingsten die gewachsene Einstellung. Seine Eltern hätten ihn wirklich unterstützt, immer gefahren und geholfen, setzt Buhl hinzu – aus der Runde kommt zustimmendes Nicken.
Rückblickend betrachtet stellt der erste Saisonsieg am drittletzten Spieltag gegen die HSG Nienburg den Beweis für die außergewöhnliche Moral dar. „Wir haben uns aufgerappelt und am Ende das Beste gegeben“, so das Schlusswort von Moch.
Der Kader der JSG Nordschaumburg: Bastian Kleine, Dominik Rasche, Marvin Deseniß, Adrian Pfingsten, Leonard Schmidt, Nils Böttcher, Calvin Schwake, Mark Moch, Henning Buhl, Erik Hasselbring, Burim Grabanica.
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