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Leichtathletik-EM

Diskus-Weltmeister Robert Harting holt Silber


Silber-Glanz am Super-Sonntag: Diskuswurf-Weltmeister Robert Harting hat die Goldmedaille bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona nur um eine halbe Armlänge verpasst. 347 Tage nach seinem Triumph bei der Heim-WM in Berlin musste sich der 25 Jahre alte Modellathlet vom SCC Berlin nur dem Polen Piotr Malachowski geschlagen geben.
Robert Harting

Robert Harting

© dpa

Für den Vizeweltmeister war die geglückte WM-Revanche eine besondere Genugtuung: Harting hatte ihn vor Jahresfrist im Berliner Olympiastadion im letzten Versuch noch abgefangen.

Kraft und Nervenstärke sollten auch diesmal die Trümpfe bei Hartings zehntem Saison-Wettkampf sein. Als Bester der Qualifikation mit 66,93 Meter hatte er seine Konkurrenten schon mal gewarnt. Doch im wichtigsten Wettkampf des Jahres reichte es für den Mitfavoriten trotz einer starken Serie nicht zum Titel. Malachowski setzte sich am Ende mit 68,87 Metern durch - Harting fehlten 40 Zentimeter zum Gold. Dritter wurde der Ungar Robert Fazekas (66,43), dem 2004 der Olympiasieg wegen einer verweigerten Dopingkontrolle aberkannt wurde.

Harting war mit Silber nicht ganz zufrieden. „Letzten Endes kann ich nichts machen. Ich habe keinen richtig erwischt, keiner ist ruhig geflogen. Das reicht dann eben nicht für 70 Meter“, sagte er.

Weltmeister Harting war ohnehin nur als Nummer 4 der europäischen Saison-Rangliste (68,69 Meter) nach Spanien gereist. Vor Harting standen der Este Gerd Kanter (71,45 Meter), Malachowski (69,83) und der Ungar Zoltan Kövago (69,69). „Die EM wird ein 70-Meter-Krimi. Ich bin mir sicher, dass die 70 Meter geworfen werden“, hatte Harting auf seiner Homepage vorausgesagt.

„Und ich glaube fest daran, dass auch ich sie drauf habe“, betonte der Olympia-Vierte, der Wirtschaftskommunikation studiert und sich mit Kunst und Malerei beschäftigt. Von der Traumstadt Barcelona wird der 2,01 Meter große Diskus-Hüne indes wenig sehen. „Montagmittag fliege ich schon wieder zurück.“

Erst am Freitag hatte Harting wieder einmal für Ausehen gesorgt, als er eine stärkere Förderung seines Bruders Christoph durch den DLV anmahnte. „Mein Bruder ist mir der Wichtigste, aber es geht mir insgesamt um die zweite Reihe. Der Verband kennt das Problem, ich habe nur noch mal darauf hingewiesen“, sagte der Olympia-Vierte. „Ich kämpfe für meinen Bruder.“ Von einem Medaillengewinn in Barcelona verspricht sich Harting auch Druck in punkto Nachwuchsförderung. „Mein Weltmeistertitel war anscheinend noch nicht genug.“

Damit bleibt es bei sechs deutschen Diskus-Europameistern: 1938 holte Willy Schröder Gold, später Detlef Thorith (1966), Hartmut Losch (1969), Wolfgang Schmidt (1978), Weltrekordler und Bundestrainer Jürgen Schult (1990) und der fünfmalige Weltmeister Lars Riedel (1998). Nun kann Harting die EM 2006 endgültig aus seiner Erinnerung streichen: In Göteborg war er mit der indiskutablen Weite von 59,87 Meter bereits in der Qualifikation gescheitert.

dpa

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