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Jesuitenpater

Bistum Hildesheim gesteht Fehler im Priester-Skandal

Der Pädophilieskandal im katholischen Jesuitenorden zieht weitere Kreise. Das Bistum Hildesheim hat am Dienstag eingestanden, seit Langem von sexuellen Übergriffen eines Priesters gewusst zu haben.
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Domkapitular Heinz-Günter Bongartz (links) und Generalvikar Werner Schreer während einer Pressekonferenz in Hildesheim.

Domkapitular Heinz-Günter Bongartz (links) und Generalvikar Werner Schreer während einer Pressekonferenz in Hildesheim.

© dpa

Die Missbrauchfälle wurden jedoch nicht weiter verfolgt, der Geistliche konnte noch zehn Jahre lang mit Jugendlichen arbeiten. „Das war ein Fehler“, sagte der Hildesheimer Generalvikar Werner Schreer. Der von 1982 bis 2003 mit kurzen Unterbrechungen im Bistum beschäftigte Priester Peter R. steht wie auch ein weiterer Pfarrer im Verdacht, vor seiner Hildesheimer Zeit im Berliner Canisius-Kolleg und weiteren Schulen etwa 25 Schüler sexuell missbraucht zu haben. Inzwischen hat ein dritter Pfarrer des Ordens sexuelle Übergriffe gestanden – erstmals ist auch Hannover betroffen.

In Hildesheim wusste auch der damalige Bischof Josef Homeyer von den Vorfällen. 1993 berichtete ihm eine Mutter in einem Brief, dass der heute 69 Jahre alte Peter R. ihre 14-jährige Tochter „unsittlich berührt“ habe. Nach Darstellung des Bistums wurde dem Pfarrer daraufhin die Jugendarbeit untersagt, „dieses Verbot aber nicht konsequent durchgehalten“. Vier Jahre später wurde erneut der Vorwurf sexueller Belästigungen laut, auch finanzielle Unregelmäßigkeiten fielen auf. Homeyer sagte, man habe „die Tragweite der weiteren Entwicklungen eindeutig unterschätzt“. Der Pfarrer bestritt die Vorwürfe.

Trotz der bekannten Verdächtigungen konnte Peter R. von 1999 an vier Jahre in der hannoverschen St.-Maximilian-Kolbe-Gemeinde arbeiten, auch dort waren ihm Jungen und Mädchen anvertraut. In der Gemeinde hieß es, das Bistum habe bei Dienstantritt des bereits auffällig gewordenen Pfarrers keine Hinweise auf dessen zurückliegende sexuelle Übergriffe gegeben,

Bislang sollen die Patres Peter R. und Wolfgang S. in Jesuiten-Schulen in Berlin, Hamburg und St. Blasien im Schwarzwald sowie weiteren Einrichtungen des Ordens Schüler missbraucht haben. Dieser Straftatbestand verjährt nach zehn Jahren. Ein Vertreter von Radio Vatikan bedauerte das herrschende „Kartell des Wegsehens“ und unterstützte die Entschuldigung, die der deutsche Jesuiten-Chef Stefan Dartmann an die Opfer gerichtet hatte.

Dartmann berichtete über einen weiteren Missbrauchsfall, der sich zwischen 1971 und 1975 in Hannover abgespielt hat. Ein Jesuit, der hier zu dieser Zeit als Jugendseelsorger arbeitete, bekannte sich am Dienstag zu sexuellen Übergriffen, nachdem er mit Aussagen von Opfern konfrontiert worden war. Er wurde daraufhin vom Priesteramt suspendiert und zeigte sich selbst bei der Polizei an.

Gunnar Menkens und Simon Benne


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