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Antarktis

Japanische Walfänger zerstören Schiff von Umweltschützern

Japanische Walfänger haben in der Antarktis ein Schnellboot der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd gerammt und zerstört. Die Aktivisten konnten sich in Sicherheit bringen, bevor das Boot in zwei Teile zerbrach.
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Seit Jahren versuchen "Sea Shepherd"-Aktivisten, den Walfang zu unterbinden. Jetzt eskalierten die Abwehraktionen auf hoher See.

Seit Jahren versuchen "Sea Shepherd"-Aktivisten, den Walfang zu unterbinden. Jetzt eskalierten die Abwehraktionen auf hoher See.

© ap

Die Auseinandersetzungen zwischen japanischen Walfängern und ihren Gegnern haben eine neue Stufe erreicht: Bei einer Protestaktion in der Antarktis stieß ein japanisches Walfangschiff am Mittwoch mit einem Hightech-Schnellboot von Umweltaktivisten zusammen. Nach Angaben der australischen Meeresschutzorganisation Sea Shepherd zerbrach der Trimaran „Ady Gil“ in zwei Teile, die sechs Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.

Wie die australische Organisation berichtete, ereignete sich der Zwischenfall am Morgen etwa 1300 Seemeilen südlich der tasmanischen Hauptstadt Hobart. Der Walfänger „Shonan Maru No. 2“ sei plötzlich auf das Schnellboot zugesteuert und habe es „mit voller Absicht“ gerammt. Dabei sei ein 2,4 Meter langes Bug-Stück abgerissen. Die sechs Besatzungsmitglieder, fünf Neuseeländer und ein Niederländer, konnten demnach von der „Bob Barker“, einem der drei Schiffe von Sea Shepherd, an Bord genommen werden.

Sprecher Paul Watson bezifferte den Schaden auf knapp zwei Millionen Dollar. Er warf den japanischen Walfängern vor, den Streit bewusst „eskaliert“ zu haben. Die jährlichen Aktionen gegen den Walfang seien nun zu einem „echten Wal-Krieg“ geworden, sagte Watson, der auch Kapitän des Sea-Shepherd-Hauptschiffs „Steve Irwin“ ist. Nach seinen Angaben hatte die Crew der „Ady Gil“ das Walfangschiff zuvor mit Stinkbomben beworfen, um die Jagd auf die Meeressäuger zu behindern.

Die japanische Seite machte die Aktivisten von Sea Shepherd für die Eskalation verantwortlich. Diese hätten einen „grünen Laserstrahl“ auf die Besatzung des Walfängers gerichtet und zudem versucht, die Schiffsschrauben mit Seilen zu blockieren, erklärte das japanische Walforschungs-Institut. Es warf der Organisation „kriminelles Verhalten“ vor. Nach Angaben der japanischen Fischereibehörde trug die Crew der „Ady Gil“ selbst Schuld an dem Zwischenfall. Sie habe mit einem „extrem riskanten“ Sabotage-Manöver die „Shonan Maru No. 2“ und ihre Besatzung bewusst gefährdet.

Beide Seiten veröffentlichten Videoaufnahmen von dem Vorfall: Sie zeigen, wie beide Schiffe zusammenstoßen, während der Walfänger mit Wasserkanonen auf den Trimaran zielt. Schäden an der „Shonan Maru No. 2“ sind nicht zu erkennen. Der australische Umweltminister Peter Garrett rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Nach seinen Angaben wird Australien nicht einschreiten.

Japan hält trotz einem 1986 erlassenen Moratorium seit Jahren an der Jagd auf die Meeressäuger fest, die nach offizieller Darstellung wissenschaftlichen Zwecken dient. Das Walfleisch gilt in Japan jedoch auch als Delikatesse. Die Sea Shepherd Conservation Society, eine kleine radikale Gruppe von Meeresschützern, macht nun schon seit sechs Jahren Jagd auf japanische Walfänger. Nach ihren Angaben hat sie mit Hilfe ihrer „direkten Aktionen“ schon hunderten Walen das Leben gerettet.

afp


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