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Deutschland / Weltweit Grube dementiert Aus für die Bahncard
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Grube dementiert Aus für die Bahncard
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13:19 04.12.2014
Die Bahncard könnte laut Informationen des Radiosenders hr-info zu einem Kundenkonto umgewandelt werden. Doch die Bahn dementiert dies. Quelle: dpa
Berlin

"Es gibt kein Abschaffen der Bahncard, das ist völliger Quatsch", sagte Grube am Donnerstag in Hannover.

Allerdings überprüft die Deutsche Bahn angesichts eines schärferen Wettbewerbs ihr Geschäftsmodell im Fernverkehr. Der Aufsichtsrat will über mögliche Änderungen am kommenden Mittwoch beraten, aber laut der Nachrichtenagentur dpa noch keine Beschlüsse fassen. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk berichtet, die Bahn plane die Abschaffung der Bahncard. Dass wolle sich das Unternehmen in der Aufsichtsratssitzung genehmigen lassen. Die Bahn wies diese Darstellung als "dreiste Falschmeldung" zurück.

Sinkende Spritpreise haben das Autofahren zuletzt wieder attraktiver gemacht. Die Bahn hat auch Fahrgäste an die Fernbusse verloren. Deren Unternehmen locken mit günstigen Ticketpreisen.

Der Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzern will am Mittwoch keine Änderung der Preisstruktur beschließen, auch keine neues Modell für die Bahncard-Rabattkarten, wie dpa aus zwei zuverlässigen Quellen erfuhr. Das Kontrollgremium werde einen 33-seitigen Zwischenbericht des Managements diskutieren. Darin werden verschiedene Szenarien für Änderungen an der Preisstruktur und am Zugangebot dargestellt. Der Bahn-Vorstand habe den Auftrag, bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung im März 2015 einen Abschlussbericht mit konkreten Vorschlägen zu erarbeiten, hieß es.

HR-Info schrieb mit Blick auf das Bahn-Dementi zur Abschaffung der Bahncard über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Wir halten die Quelle für zuverlässig und bleiben bei unserer Darstellung." Laut HR-Info könnte die Bahncard zum "Kundenkonto" werden, das Rabatte nur noch für Großkunden und Vielfahrer und gemäß der Auslastung eines Zugs einräumt. Außerdem könnten demnach unwirtschaftliche Linien und weitere Nachtzüge eingestellt werden.

Die Bahn will laut Bericht im Fernverkehr die Kosten bis 2019 um 1,5 Milliarden Euro senken. Bahn-Vorstand Ulrich Homburg wollte am Nachmittag zu den Plänen Stellung nehmen.

Die Bahn könnten nach früheren Angaben in diesem Jahr bis zu 120 Millionen Euro Umsatz an die Fernbusse verlieren. Dem Bericht zufolge wird der Umsatzverlust durch die Konkurrenz mittelfristig auf 240 Millionen Euro pro Jahr beziffert. Im ersten Halbjahr 2014 war der Umsatz der Bahn im Fernverkehr um 1,6 Prozent auf rund 1,98 Milliarden Euro zurückgegangen. Insgesamt hatte die Bahn ihren Konzernumsatz im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2013 um 1,9 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro gesteigert.

Im September hatte die Bahn angekündigt, am Jahresende nur leicht an der Preisschraube zu drehen. In Fernzügen gibt es für die zweite Klasse keine Erhöhung. Fahrscheine für die erste Klasse werden ab 14. Dezember durchschnittlich 2,9 Prozent teurer, sind dann aber inklusive Platzreservierung und im ICE auch mit WLAN-Nutzung. Die Bahn hatte damals auf die Konkurrenz durch Fernbusse verwiesen, aber auch durch Carsharing und Mitfahrzentralen.

In den Jahren 2002 und 2003 hatte ein neues Preissystem der Bahn mit Änderungen an der BahnCard heftige Proteste ausgelöst. Die Bahn wollte damals Frühbucher mit Preisnachlässen belohnen. Auf die BahnCard sollte nur noch 25 statt 50 Prozent Rabatt gewährt werden. Nach Querelen um das neue Preissystem führte die Bahn im Sommer 2003 die alte Bahncard mit der 50-Prozent-Rabattkarte wieder ein.

Komfort soll steigen

Erst am Mittwoch waren Investionspläne der Bahn bekannt geworden: Demnach will das Unternehmen in den kommenden drei Jahren 200 Millionen Euro zusätzlich in den Fernverkehr investieren. Der Komfort in den Zügen und die Pünktlichkeit soll so verbessert werden. Vorstandschef Rüdiger Grube sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch), die Bahn werde mit dem Geld "alle möglichen Themen" angehen, zum Beispiel die Funktionsfähigkeit der Toiletten oder Probleme mit den Bordbistros.

dpa

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