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Deutschland / Weltweit Besser, als die Strategie erlaubt
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00:18 11.12.2014
Von Stefan Winter
Der neue Fabia hilft Skoda über die Millionenmarke. Quelle: Skoda Auto Deutschland GmbH
Hannover

Am Anfang brauchte die Kundschaft etwas Nachhilfe. „Skoda, made by Volkswagen“ stand formatfüllend auf mancher Heckscheibe. 1990 war VW bei dem tschechischen Autobauer eingestiegen, und der Verweis auf westdeutsche Qualität unter dem eben noch sozialistischen Blech konnte nicht schaden. Heute liegen die Skoda-Werke in konzerninternen Qualitätsrankings vorn, und wer die VW-Werker ein bisschen auf den Teppich holen will, erklärt ihnen gern, dass die tschechischen Kollegen engagierter, billiger und nicht schlechter seien. „VW, made by Skoda“ wäre kein Problem.

Das hat sich inzwischen bei der Kundschaft herumgesprochen, die auch ohne vertrauensbildende Aufkleber zugreift. Erstmals in seiner über hundertjährigen Geschichte verkauft Skoda in diesem Jahr weltweit mehr als eine Million Autos. Bis Ende November waren es 955 300 - knapp 2 Prozent mehr als im bisher besten Jahr 2012. Der Rekord sei sicher, sagt Markenchef Winfried Vahland, die Million sei „ein Meilenstein für unsere Marke und macht die gesamte Mannschaft super stolz“.

Skoda macht VW Konkurrenz

Die Altgedienten werden wohl einen kleinen Gruß zum Wolfsburger Kunstmuseum senden, wo in einem Nebentrakt Carl H. Hahn residiert, VW-Chef in den Jahren um 1990. Er steht für die Internationalisierung des VW-Konzerns in jenen Jahren und auch für den Kauf der Marke in Mlada Boleslav. Das klingt weit weg, liegt aber knapp hinter Wien und ist mit täglichen Flügen des „Volkswagen Air Service“ bestens an Wolfsburg angebunden. Als VW den Einstieg bei Skoda beschloss, war den Tschechen mit dem Ostblock auch ihr Absatzmarkt abhanden gekommen. Rund 15 000 Mitarbeiter bauten 150 000 Autos im Jahr. Zu den ersten Amtshandlungen gehörte die Platzierung des Polo-Motors unter der Haube des Modells Felicia.

Das ist Geschichte, heute müssen die Tschechen eher gebremst werden, um der großen Konzernschwester nicht allzu viel Konkurrenz zu machen. Die einstige Ostblockmarke wird mittlerweile in 100 Ländern verkauft, in Deutschland ist Skoda der größte Autoimporteur. Dass man hier VW-Technik zu niedrigeren Preisen bekommt, hat sich inzwischen weiter herumgesprochen, als es vielen Wolfsburger Managern lieb ist. Skoda ist salonfähig geworden, was die nächste Ausgabe der Oberklasselimousine Superb deutlicher denn je zeigen soll. Allerdings ist Skoda, bei VW stets tschechisch-korrekt „Schkoda“ gesprochen, auch ziemlich weit von der ursprünglichen Idee einer Billigmarke entfernt. Für die hat VW bis heute kein Konzept.

Marke VW
 rutscht 
ins Minus

Bei Volkswagens Kernmarke knicken die Verkäufe kurz vor Jahresende spürbar ein. Die Auslieferungen bei Pkw mit dem VW-Logo sackten im November auf 508 400 Fahrzeuge ab, wie der Konzern am Montag in Wolfsburg mitteilte. Das Minus gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt damit 4 Prozent. Vertriebschef Christian Klingler erklärte den Rückgang mit dem Modellwechsel beim Passat. Die Limousine war im November in neuer Generation in die Autohäuser gerollt.

Auch im Einzelmarkt China, der inzwischen 45 Prozent aller Verkäufe der Marke ausmacht, gab es abermals einen Dämpfer – jedoch auf hohem Niveau. Das Jahresplus im Reich der Mitte sackte von 13,8 Prozent bis Ende Oktober auf 11,9 Prozent bis Ende November. Damit dürfte der China-Absatz im Einzelmonat November sogar gesunken sein – ein ungewohntes Bild. Volkswagen selbst veröffentlicht für einzelne Märkte keine Monatszahlen. Bereits im Oktober hatte es in China nur noch ein Mini-Plus gegeben. In der globalen Gesamtrechnung liegt VW-Pkw nach elf Monaten noch 2 Prozent im Plus.

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