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Deutschland / Weltweit Wer zahlt was ab 0.01 Uhr?
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00:15 03.01.2015
Von Lars Ruzic
Servieren mit oder ohne Mindestlohn? Ab Neujahr gelten neue Regeln.Foto: dpa Quelle: Marc Tirl / Symbolfoto

Jetzt geht die Party richtig los. Also streng genommen erst morgen. Oder genauer: Am 1. Januar 2015 ab 0.01 Uhr. Dann können die Beschäftigten in der Gastronomie gleich doppelt so beschwingt die Sektgläser verteilen. Denn von der ersten Minute des neuen Jahres an steht ihnen auch der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde zu - sagt zumindest der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Und stößt mit dieser Sicht der Dinge prompt auf Gegenwehr beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

„Wenn die Arbeit am 31. Dezember begonnen wurde, gilt dieses Datum als Arbeitstag - auch wenn man ihn erst am 1. Januar beendet“, sagt Renate Mitulla vom Dehoga in Niedersachsen. Entsprechend werde auch der bis dato gültige Lohn fällig, meint die Verbandsgeschäftsführerin. Schon dieses Beispiel zeigt: Der gesetzliche Mindestlohn wird wenigstens zu Beginn seiner Einführung so manchen Streit vom Zaun brechen. „Am Ende werden wohl die Arbeitsgerichte entscheiden“, vermutet Mitulla.

Wenn es Arbeitnehmer gebe, die um ihren Lohn geprellt würden, müssten sie ihr Recht zunächst individuell geltend machen, sagt DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. Der Gewerkschaftsbund werde am 2. Januar eine bundesweite Telefon-Hotline unter (03 91) 408 80 03 freischalten. Eine weitere hat das Bundesarbeitsministerium bereits unter (030) 60 28 00 28 eingerichtet. Die Verjährungsfristen seien in diesem Fall sehr lang, sagte Körzell. „Man kann drei Jahre lang rückwirkend den Mindestlohn einfordern.“

Dann werde es teuer für die Unternehmen, sie müssten dann auch die Sozialabgaben inklusive des Arbeitnehmeranteils nachzahlen. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, glaubt, dass der Mindestlohn für mehrere Millionen Menschen mit Verbesserungen einhergehen werde. „Und er wird von Versuchen begleitet sein, ihn zu unterlaufen.“ Er sei sicher: „Es bleibt bei der Umsetzung noch vieles zu tun.“

Das sehen auch die Hoteliers und Gastwirte so - freilich von einem anderen Standpunkt aus. Es gebe strukturschwache Gegenden in Niedersachsen, wo die Branche mit dem Mindestlohn schwer zu kämpfen haben werde, so Mitulla. Im Emsland etwa, wo ein 0,3-Liter-Glas Bier heute mitunter noch 1,80 Euro koste, könne man die Lohnkosten ohne Preiserhöhungen gar nicht mehr einspielen. Im Harz dagegen drohe vielen Rentnern ein lukratives Zubrot wegzubrechen, weil die Gastronomen sie als Aushilfen schlicht nicht mehr bezahlen könnten.

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