Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Griechenland hofft auf schnelle Schuldenlösung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Griechenland hofft auf schnelle Schuldenlösung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 06.06.2018
Der IWF macht seine finanzielle Beteiligung am dritten Griechenland-Paket von weitgehenden Schuldenerleichterungen abhängig. Quelle: dpa
Anzeige
Athen

Es ist ein Endspurt mit Hindernissen: Am 20. August läuft das Hilfsprogramm für Griechenland aus. Nachdem das Land mehr als acht Jahre lang mit internationalen Hilfskrediten über Wasser gehalten wurde, soll es sich dann wieder eigenständig am Kapitalmarkt refinanzieren. Aber noch sind wichtige Fragen offen: Bekommt Griechenland die immer wieder versprochenen Schuldenerleichterungen? Und bleibt der IWF bei der Griechenland-Rettung an Bord?

Beide Fragen hängen eng miteinander zusammen. Der IWF macht seine finanzielle Beteiligung am dritten Griechenland-Paket von weitgehenden Schuldenerleichterungen abhängig. Aber die Euro-Finanzminister, allen voran Bundesfinanzminister Olaf Scholz, zögern. Ihnen gehen die Forderungen des IWF zu weit. Sie wollen außerdem den Reformdruck auf Athen aufrechterhalten und deshalb Zugeständnisse in der Schuldenfrage mit weiteren Kontrollen koppeln. Griechenlands größte Tageszeitung “Ta Nea“ fürchtet bereits „weitere 20 Jahre unter deutscher Knute“.

Auch die Unionspartien beharren nicht mehr auf eine Beteiligung des IWF

Nachdem es den Europäern und dem IWF am vergangenen Wochenende beim G7-Finanzministertreffen in Kanada nicht gelang, einen Kompromiss zu finden, will an diesem Donnerstag die Euro-Arbeitsgruppe EWG in Paris über das Schuldenthema beraten. Eine Entscheidung über Schuldenerleichterungen könnte beim Treffen der Euro-Finanzminister am 21. Juni fallen. Aber das wäre für den IWF wahrscheinlich zu spät, um seinen Anteil rechtzeitig vor Programmende nach Athen zu überweisen.

Finanziell wäre es zu verkraften, wenn der IWF nicht zahlt. Es geht nur um 1,6 Milliarden Euro, die Griechenland gar nicht braucht, weil das Land von den verfügbaren 86 Milliarden Euro des dritten Rettungspakets ohnehin nur 59 Milliarden abrufen wird. Auch politisch ist ein Ausstieg des IWF kein Beinbruch. Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag hatte zwar 2015 den Hilfskrediten nur unter der Bedingung einer Beteiligung des IWF zugestimmt, ist von dieser Forderung aber in jüngster Zeit abgerückt – Hauptsache der IWF bleibe beratend an Bord, heißt es jetzt.

Tsipras sehnt die Lösung der Schuldenfrage herbei

In Athen hofft man, dass die Euro-Finanzminister am 21. Juni endlich die lange versprochenen Schuldenerleichterungen eintüten. Das erwartet auch Eurogruppenchef Mario Centeno. Zur Diskussion stehen Stundungen und längere Laufzeiten bereits vergebener Kredite und eine Umschuldung älterer IWF-Kredite, für die Griechenland rund 3,5 Prozent Zinsen zahlt, auf den Euro-Stabilitätsfonds ESM, der nur 0,8 Prozent berechnet.

Für Premierminister Alexis Tsipras wäre eine Einigung in der immer aufgeschobenen Schuldenfrage ein großer politischer Erfolg. Der erklärte Krawatten-Gegner Tsipras hat sogar versprochen, er werde sich einen Schlips umbinden, wenn die Schuldenfrage gelöst sei.

Von Gerd Höhler/RND

In den Fahrzeugen ist eine vermutlich illegale Abgas-Software verbaut: Das Kraftfahrtbundesamt hat den Rückruf von weltweit 60.000 Audi-Fahrzeugen angeordnet, allein in Deutschland sind es 33.000.

06.06.2018

Der VW-Konzern sieht sich im Skandal um Abgastests an Affen entlastet. Nach monatelanger Untersuchung darf der beurlaubte Cheflobbyist Thomas Steg zurückkommen. Trotzdem soll sich einiges im Konzern ändern.

06.06.2018

Deutsche Bank, Commerzbank, Fraport und nun Continental: Immer mehr Firmen verbannen Messenger wie Whatsapp von ihren Diensthandys. Doch worum geht es genau? Und wie ist die Rechtslage bei der privaten Nutzung?

05.06.2018
Anzeige