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Deutschland / Weltweit Günstiger Sprit fördert das Wohlbefinden
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09:48 16.12.2014
Lange nicht gesehen: Sprit ist so billig wie seit Jahren nicht. Quelle: dpa
Berlin

Wann hatten wir zuletzt angenehme Gefühle beim Blick auf den Benzinpreis? Der Moment ist gekommen, wie die Großbank Unicredit herausgefunden hat. Deren Experten ermitteln regelmäßig die „gefühlte Inflation“, die man sich vorstellen kann wie die „gefühlte Temperatur“: Bei manchen Produkten spüren wir die Teuerung kaum, weil wir sie so selten brauchen. Und bei anderen trifft sie uns jeden Tag aufs Neue wie ein kalter Ostwind.

Die offiziellen Daten des Statistischen Bundesamts weisen derweil noch einen Preisanstieg von 0,6 Prozent aus. Zuletzt hätten die Deutschen vor fünf Jahren in der Finanzkrise das Gefühl gehabt, dass das tägliche Leben überhaupt nicht teurer werde.

„Dahinter steckt der kräftige Einbruch der Ölpreise, in dessen Gefolge sich Kraftstoffe deutlich verbilligt haben“, sagt der Unicredit-Volkswirt Andreas Rees. Auch der Preiskampf der Discounter, der zum Beispiel über niedrige Milchpreise ausgetragen wird, dürfte das Gefühl billigen Lebens verstärken. Da Öl im Dezember nochmals deutlich günstiger geworden ist, dürfte die gefühlte Inflation am Jahresende sogar im negativen Bereich landen und auch Anfang 2015 dort bleiben. „Das hat es seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr gegeben“, sagte Rees. Danach hatten steigende Energie- und Lebensmittelpreise die gefühlte Inflation zeitweise auf 5 Prozent getrieben.

Der Unterschied zwischen gefühlter Inflation und amtlicher Teuerungsrate kommt zustande, weil Unicredit die Waren und Dienstleistungen nach Kaufhäufigkeit gewichtet. Benzin und mehr noch Obst, Gemüse sowie andere Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke gehören zum fast sprichwörtlichen täglichen Einkauf. Dadurch fallen Preisänderungen hier stärker auf als bei seltener ­gekauften Produkten wie Haushaltsgeräten. Das Statistische Bundesamt dagegen gewichtet die Produkte in seinem Warenkorb nach ihrem Anteil am Haushaltsbudget.

In die Unicredit-Berechnung fließen die Kraftstoffpreise mit 10 Prozent und Nahrungsmittel mit 27 Prozent ein, in die amtliche Statistik dagegen nur mit rund 4 Prozent beziehungsweise gut 10 Prozent. Auch Nahrungsmittel dämpfen die Inflation derzeit: Sie kosteten im November im Schnitt genauso viel wie ein Jahr zuvor.

Von Rene Wagner
und und Stefan Winter

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