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Deutschland / Weltweit Heikle Planspiele mit der BahnCard
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18:26 04.12.2014
Die BahnCard soll offenbar bleiben.  Quelle: dpa
Berlin

Die Deutsche Bahn reagierte ungewöhnlich schroff: Eine „dreiste Falschmeldung“ sei ein Bericht über die angeblich geplante Abschaffung der BahnCard. Nach viel Hin und Her wurde am Donnerstag klar: Die Bahn denkt über ihre Preisstruktur für Fernreisen nach, weil sie genau dort zuletzt Kunden verloren hat. Die wandern an die seit zwei Jahren aufkommende Fernbus-Konkurrenz und ins eigene Auto ab, das wegen gesunkener Benzinpreise wieder relativ günstig zu bewegen ist. Aber die BahnCard ist inzwischen eine heilige Kuh.

Der Manager, der bei der Bahn für den Personenverkehr zuständig ist, reagierte mit Kopfschütteln: Man werde doch die fünf Millionen BahnCard-Kunden nicht verprellen, indem man ihnen die Rabattkarte wegnehme, sagte Vorstandsmitglied Ulrich Homburg. Es gehe vielmehr darum, Kundengruppen anzusprechen, die sich bisher nicht durch die BahnCard anlocken ließen. Es gehe um Ergänzungen.  In diesen Zusammenhang ordnete Homburg auch das ein, was in dem 33-seitigen Strategiepapier nach Recherchen des Hessischen Rundfunks steht: „Die BahnCard wird zum Kundenkonto.“ Dieses Kundenkonto solle „Rabatte gemäß Auslastung eines Zuges und individuelle Rabatte nach Kundenumsatz“ garantieren. Wenn dieser Vorschlag verwirklicht werde, dann werde das zusätzlich zu den bisherigen BahnCards gemacht, nicht stattdessen. Und ein Aufsichtsratsbeschluss sei dafür auch nicht nötig, das könne der Vorstand allein tun.  Bei den 33 Seiten handelte es sich nicht um die Vorlage für einen Aufsichtsratsbeschluss. Es ist auch kein ausformuliertes Konzept, vielmehr sind in dem Dokument stichpunktartig Vorschläge und Ideen aufgelistet.  Das gesamte Konzept für einen erfolgreicheren Fernverkehr soll im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen werden, sagte Homburg. Der Aufsichtsrat wird nach dpa-Informationen im März einen Abschlussbericht erhalten, dann mit konkreten Vorschlägen. Darin könnte auch etwas über die Einstellung unwirtschaftliche Linien und weiterer Nachtzüge stehen. Dass dies so kommen wird, hat die Bahn schon früher angekündigt.

„Bei der Bahn kennt jeder die Brisanz des Themas“, heißt es bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit Blick auf die BahnCard. Denn die Bahn wollte 2002/2003 die BahnCard mit dem beliebten 50-Prozent-Rabatt abschaffen - zugunsten eines Preissystems, das die Zugauslastung ähnlich wie bei Fluggesellschaften berücksichtigte.  Nach einem halben Jahr musste der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn ganz gegen seine Art kleinlaut zugeben: „Wir haben verstanden.“ Die BahnCard mit 50 Prozent Rabatt wurde wieder eingeführt. „Asche auf unser Haupt“, entschuldigte sich Mehdorn. Auf eine solchen Rückzieher möchte sein Nachfolger Rüdiger Grube wohl verzichten. Der meinte zur BahnCard-Abschaffung eindeutig: „Völlig Quatsch.“ 

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