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Deutschland / Weltweit Italiens wahre Krise
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07:11 02.12.2014
Eine historisch schlechte Olivenernte stürzt italienische Bauern in Not. Quelle: dpa

Wirtschaftlich ist Italien derzeit bekanntlich nicht auf Rosen gebettet. Stagnation, Strukturprobleme, verkrusteter Arbeitsmarkt: Die Liste der Sorgen ist lang. Doch sie sind nichts gegen das, was die Italiener in diesen Wochen wirklich bewegt: die Olivenkrise.

„Letztes Jahr haben wir 350 Tonnen Oliven geerntet, dieses Jahr gerade einmal sieben“, erzählt Domenico Felli, Olivenbauer aus den Sabiner Bergen nordöstlich von Rom. „Hier kann sich niemand, auch nicht die Ältesten, an eine derartige Katastrophe erinnern.“ Die Oliven sind meist schon im September und Oktober von den Bäumen gefallen – angefault, verschrumpelt, unbrauchbar.
Verantwortlich dafür ist ein fünf Millimeter langes Insekt, die Olivenfruchtfliege. Sie legt ihre Eier im Frühsommer in den jungen Oliven ab, die Larven ernähren sich dann von den Früchten. Ausbleibender Frost im vergangenen Winter in Kombination mit einem ungewöhnlich feuchten Frühling und Sommer haben dieses Jahr zu einer massenhaften Verbreitung des Schädlings geführt. „Als hätte dies nicht genügt, kamen auch noch heftige Hagelunwetter in der Erntezeit dazu“, so Felli.

In den Sabiner Bergen, wo eines der feinsten „Extra Vergine“ Italiens hergestellt wird, beträgt der Ernteausfall je nach Betrieb bis zu 90 Prozent. Ähnlich dramatisch ist die Lage in Ligurien und in der Toskana. Landesweit wurden in diesem Jahr nur knapp 300­ 000 statt wie üblich 470 000 Tonnen Olivenöl gepresst – 37 Prozent weniger als im Vorjahr. Der volkswirtschaftliche Schaden ist beträchtlich: Italien ist nach Spanien der weltweit zweitgrößte Produzent von Olivenöl. Die Bewirtschaftung der 250 Millionen Olivenbäume erfordert jährlich 50 Millionen Mann-Arbeitstage; der Gesamtumsatz mit Oliven und Olivenöl beträgt 2 Milliarden Euro.
Die „Ölkrise“ hat bereits zu einem markanten Preisanstieg geführt: Der Produzentenpreis ist in wenigen Wochen von üblicherweise 4 auf 7 Euro für einen Liter „Extra Vergine“ gestiegen. Um 45 Prozent wuchsen gleichzeitig die Importe: Italien verbraucht schon in normalen Jahren mehr Olivenöl, als das Land selbst produziert. Hinzu kommt der Export: Von zwei Litern „italienischem“ Olivenöl stammt im Schnitt nur ein Liter wirklich aus Italien. Ein solcher „Verschnitt“ ist nicht verboten – solange er auf dem Etikett auch gekennzeichnet wird.

Mit den gestiegenen Importen erhöhe sich das Risiko von Betrügereien, warnt der Chef für Nahrungssicherheit bei der italienischen Polizei, Amadeo De Franceschi. Verzweifelte Kleinproduzenten könnten in Versuchung geraten, ihre Ausfälle durch Importe zu kompensieren, ohne dies zu deklarieren. Die Olivenölimporteure und besonders die Mafia warteten nur darauf, in diesem Jahr das große Geschäft mit der Not der Ölbauern zu machen. „Ein ganzer Wirtschaftszweig läuft Gefahr, in die Hände der organisierten Kriminalität zu fallen.“

Von Dominik Straub

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