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Deutschland / Weltweit Opel-Chef Neumann ist „tief enttäuscht“
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Opel-Chef Neumann ist „tief enttäuscht“
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06:42 23.12.2014
Von Lars Ruzic
„Tief enttäuscht über das Gesamtniveau des Engagements“: Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Quelle: Michael Reichel

Weihnachten wird der Mannschaft in vielen Betrieben gern aufgezeigt, wie viel man doch schon erreicht habe auf dem Erfolgsweg. Und mit welchem Engagement das Team seinen Teil dazu beigetragen habe. Und dass man damit nun nicht nachlassen dürfe.

Vielleicht hatten die 300 Führungskräfte des Autobauers Opel genau so eine Veranstaltung erwartet, als Konzernchef Karl-Thomas Neumann unlängst zum Managementtreffen lud. Immerhin hatte der Autobauer das Kapitel Bochum endlich abgeschlossen, ein weiteres Abrutschen der Marktanteile in Europa konnte abgewendet werden. So lehnte man sich zurück und genoss die Show.

So jedenfalls hat es der Chef wahrgenommen – und sah sich nach dem Treffen zu einem Weckruf veranlasst, der nun öffentlich wurde. In einem Brief zeigt sich Neumann „tief enttäuscht über das Gesamtniveau des Engagements“ seiner Manager, zitiert die „Bild“-Zeitung aus dem Schreiben. „Das ist nicht das, was ich von meinen 300 Top-Führungskräften erwarte.“

Neumann hatte um Rückmeldungen zum Managementtreffen gebeten – doch nicht einmal jeder Zweite meldete sich daraufhin beim Chef. Eine solch schwache Resonanz sei „nicht akzeptabel“, wetterte der gebürtige Niedersachse. „Ich habe das Gefühl, dass viele unserer Führungskräfte das Managen von Projekten als ihre Hauptaufgabe sehen statt das Führen von Menschen.“

Nun macht der 53-Jährige aus seinem Herzen selten eine Mördergrube. Bei Continental erinnern sie sich lebhaft daran, wie er vor fünf Jahren als Chef des hannoverschen Zulieferers vom gerade eingestiegenen Großaktionär Schaeffler qua Hauptversammlung ultimativ ein Konzept für die weitere Zusammenarbeit einforderte. Mit der Folge, dass er wenige Wochen später seinen Platz räumen musste. Später, als China-Chef von Volkswagen, soll es unter anderem seine lockere, forsche Art gewesen sein, die ihn seinen Job kostete.

Doch Neumann weiß auch, wann er aufrütteln muss. Die Opel-Manager warnte er vor „starken Gegenwinden“ im kommenden Jahr. „Unser nächster Schritt ,Profitabilität 2016‘ ist bei Weitem nicht gesichert.“ Nach zehn Jahren mit roten Zahlen hatte der Marathonläufer für 2016 eigentlich schwarze Zahlen angepeilt. Doch die sind auch deshalb gefährdet, weil Russland – der letzte große Wachstumsmarkt für die auf Europa beschränkte General-Motors-Tochter – derzeit wirtschaftlich am Boden liegt. Für Besinnlichkeit ist angesichts dieser Rahmenbedingungen wenig Platz.

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