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Deutschland / Weltweit Rekordsommer für Klimageräte-Hersteller
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Rekordsommer für Klimageräte-Hersteller
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22:22 10.08.2018
Arbeiter montieren Klimageräte in einer Fabrik von Gree Electric Appliances in der chinesischen Provinz Hubei. Quelle: Foto: Shepherd Zhou/dpa
Berlin

So viele Deutsche wie wohl nie haben in diesem Sommer ein Klimagerät oder einen Ventilator gekauft. Der Fachverband Gebäude-Klima rechnet für 2018 mit bundesweit mehr als 200.000 verkauften Klimageräten zum Einbauen. Normalerweise verkaufe die Branche nur 150.000 bis 160.000 solcher Geräte im Jahr an Verbraucher und kleine Unternehmen.

Jeden Tag erhalten Baumärkte neue Lieferungen an Klimageräten, wie der Bundesverband Technik des Einzelhandels mitteilt. „Alle großen Hersteller und Anbieter gehen für 2018 von Rekordverkaufszahlen aus“, sagt Fachjournalist Manfred Stahl, der die Branche seit 30 Jahren beobachtet.

Preise für Klimaanlagen sinken

Rund 3 Prozent der Deutschen haben nach Branchenangaben ein eingebautes Klimagerät zu Hause. Und das Ökoinstitut in Freiburg erwartet, dass es 2030 schon 8 bis 13 Prozent sein könnten. „Mit jeder Hitzewelle entscheiden sich mehr Menschen zum Kauf“, sagt Energieexpertin Tanja Kenkmann vom Institut. Die Geräte seien günstiger geworden – ein mobiles gibt es laut Fachverband ab 400 Euro, ein eingebautes ab 1700.

Laut Stahl entscheiden sich die Menschen besonders wegen der wochenlangen Hitze während Tag und Nacht zum Kauf. Energietechnikexperte John Dulac von der Internationalen Energieagentur (IEA) sagt: „Viele Deutsche arbeiten in klimatisierten Büros und fahren klimatisierte Autos – sie wollen diese Temperaturen auch zu Hause.“ Mit dieser Zunahme liegt Deutschland laut IEA-Angaben im weltweiten Trend. In Europa nehme die Zahl gekühlter Haushalte vergleichsweise langsam zu. In etlichen Schwellen- und Entwicklungsländern wie China, Indien, Brasilien oder Indonesien erwarten Experten aber, dass Millionen Menschen in den kommenden Jahren genug Geld haben, um sich günstige Klimageräte zu leisten, die dann meist viel Strom verbrauchen.

„Weil viele Länder beim Strom stark von fossilen Brennstoffen abhängen, verstärken immer mehr Klimageräte den Klimawandel zusätzlich“, sagt Dulac. „Und dann brauchen noch mehr Menschen Klimageräte.“

Von Anne-Sophie Galli