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Deutschland / Weltweit Rentenniveau droht stärker zu sinken als angenommen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Rentenniveau droht stärker zu sinken als angenommen
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21:31 28.09.2016
Das Rentenniveau droht stärker zu sinken als bisher angenommen. Quelle: dpa
Berlin

Das Bundessozialministerium hat neue, vorläufige Berechnungen vorgelegt, wie am Mittwoch aus Regierungskreisen in Berlin verlautete. Es sind die ersten offiziellen Prognosen über das Jahr 2030 hinaus. Demnach dürfte das Rentenniveau bis 2035 von heute 47,8 Prozent auf unter 43 Prozent fallen.

Das Rentenniveau ist das Verhältnis der Rente nach 45 Jahren Arbeit zum Durchschnittseinkommen. Nach geltendem Recht darf es bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte angekündigt, sich für eine „Haltelinie“ stark zu machen. Im November will sie ein Rentenkonzept vorlegen.

Ohne Reformen werde das Rentenniveau in Deutschland bis 2045 voraussichtlich auf 41,6 Prozent sinken, prognostiziert das Bundessozialministerium. Der Beitragssatz dürfte nach den vorläufigen Zahlen von heute 18,7 Prozent bereits 2031 auf über 22 und 2045 auf 23,4 Prozent steigen. Der Satz ist nach geltendem Recht auf 22 Prozent bis 2030 begrenzt.

Regierung fürchtet um Vertrauen in die Rente

Doch wenn es bei einem Rentenniveau von 47,5 Prozent bleibt, kostet das hohe Milliardensummen. Bereits 2028 würde dann der Beitragssatz über 22 Prozent steigen. Bis 2045 würde er auf 26,4 Prozent ansteigen. Dies würde 40 Milliarden Euro im Jahr kosten, wovon die Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils 16 Milliarden schultern müssten und der Bund 8 Milliarden.

Die Zahlen zeigten den politischen Handlungsbedarf für eine Stabilisieriung des Rentensystems, hieß es in Regierungskreisen weiter. Denn das Abrutschen des Rentenniveaus untergrabe das Vertrauen in die gesetzliche Rente. Allerdings ergebe sich durch die erheblichen Mehrkosten bei einer Festschreibung des heutigen Niveaus ein „Spannungsfeld“. Die jüngsten Berechnungen beruhen noch auf Wirtschaftsschätzungen vom Juli und werden im November aktualisiert.

Von dpa/RND