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Deutschland / Weltweit Schweinehalter beklagen tiefrote Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Schweinehalter beklagen tiefrote Zahlen
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00:24 31.12.2014
Von Carola Böse-Fischer
Für die Schweinezüchter war 2014 ein schlechtes Jahr. Quelle: dpa / Symbolbild
Hsannover

Nur noch durchschnittlich 1,32 Euro je Kilogramm bekämen die Betriebe von Schlachtfirmen wie Tönnies, Vion, Westfleisch oder Danish Crown. So niedrig seien die Erzeugerpreise zuletzt vor fünf Jahren gewesen. Vor einem Jahr lag der Preis im Durchschnitt bei 1,72 Euro.
Pro Schwein summieren sich die Verluste auf etwa 27 Euro, wie eine ISN-Sprecherin der HAZ sagte. Eine Wende bei den Preisen sei nicht in Sicht. Viele Betriebe kämen inzwischen nicht mehr über die Runden. Zur Deckung der Kosten, unter anderem für Futtermittel und Energie, brauchten sie mindestens einen Preis von 1,61 Euro je Kilogramm.

Immer stärker machen den Betrieben die Folgen des politischen Konflikts zwischen Russland und dem Westen wegen der Ukraine zu schaffen. Seit Beginn des Jahres ist der Export von Schweinefleisch aus der Europäischen Union nach Russland zum Erliegen gekommen, weil das Land als Antwort auf die Sanktionen der EU seine Grenzen dichtgemacht hat. Im vergangenen Jahr setzten die EU-Staaten nach Angaben des Verbandes noch etwa 750 000 Tonnen in Russland ab, dies entspricht einem Viertel der gesamten EU-Ausfuhr an Schweinefleisch. Deutsche Schlachtunternehmen waren daran mit rund 180 000 Tonnen beteiligt.

Zahl der Mastbetriebe sinkt

Noch 6900 Betriebe in Niedersachsen: Knapp 51 Millionen Schweine sind in diesem Jahr in Deutschland geschlachtet und zu Kotelett, Filet oder Braten verarbeitet worden. Dies waren annähernd gleich viele wie im vergangenen Jahr. Trotzdem sinkt die Zahl der Betriebe, die Schweine mästen. Viele Schweinehalter geben auf, wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mitteilt. Die verbleibenden Betriebe werden größer. Gegenwärtig gibt es hierzulande mehr als 27 000 Schweinehalter, etwa 6900 davon in Niedersachsen. Im Jahr 2011 waren es noch fast 31 000. In Niedersachsen gab es damals noch rund 8300 Betriebe mit Schweinehaltung. Die ISN, die in Damme im Zentrum der niedersächsischen Tierhaltung sitzt, vertritt die Interessen von insgesamt rund 11 000 Schweinehaltern. cb

Nur teilweise sei bisher ein Ersatz für die Ausfälle in Russland auf anderen Märkten gefunden worden, sagte die Verbandssprecherin. Deutsche Schlachtunternehmen hätten zwar in diesem Jahr dreistellige Zuwächse in asiatischen Ländern wie Südkorea, Japan oder den Philippinen erzielt – allerdings von einem sehr niedrigen Absatzniveau aus. Deshalb drücke ein reichliches Angebot an Schweinefleisch hierzulande die Preise.

Das nutzen jetzt vor allem die großen vier der Schlachtbranche, um günstig Fleisch einzukaufen und einzulagern, wie es bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter hieß. Und den Landwirten bleibt nichts anderes übrig als zu verkaufen, wenn die Tiere ihr Schlachtgewicht erreicht haben.
Die Stimmung bei den Schweinehaltern sei „auf dem Nullpunkt“ angelangt.  Besonders Landwirten in Niedersachsen drohen nach Angaben der ISN zudem Kostenerhöhungen und mehr Bürokratie als Folge schärferer Auflagen des Landwirtschaftsministeriums.
„Viele Schweinehalter sehen kein Land mehr“, sagte die Verbandssprecherin. Dies könne den Strukturwandel weiter beschleunigen. Ohnehin ist das Image der Tierhalter wegen zahlreicher Verstöße gegen den Tierschutz angekratzt. Darunter leiden alle Schweinehalter, wie die ISN-Sprecherin erklärte – mithin auch die, die nach Recht und Gesetz wirtschafteten.

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