Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Streik bei Amazon – und keiner merkt’s
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Streik bei Amazon – und keiner merkt’s
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:56 19.12.2014
Dauerstreik: Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon wollen einen Tarifvertrag erzwingen. Quelle: dpa
Bad Hersfeld

Zugleich klagt die Gewerkschaft vor den Verwaltungsgerichten Kassel und Leipzig gegen die von den Behörden für die Standorte Bad Hersfeld und Leipzig bewilligte Arbeit an diesem Sonntag. Die am Freitag eingereichte Klage habe zur Folge, dass der Onlineversandhändler an beiden Standorten bis auf Weiteres keine Sonntagsarbeit leisten dürfe, teilte ver.di mit. Amazon machte dazu keine Angaben. Der Konzern bekräftigte aber, dass der Streik auf den reibungslosen Versand der Bestellungen keinen Einfluss habe. Die Gewerkschaft will bei Amazon einen Tarifvertrag zu den Konditionen des Einzelhandels durchsetzen.  

Neben der juristischen Offensive verstärkt ver.di auch die Streiks: Neben Graben in Bayern wird der Ausstand über diesen Sonnabend hinaus in Bad Hersfeld, Leipzig und Rheinberg verlängert. An vier von acht Standorten in Deutschland solle bis zum 24. Dezember um 15 Uhr die Arbeit niedergelegt werden, erklärte die Gewerkschaft.

Mit der Klage an den Verwaltungsgerichten schlägt ver.di ein neues Kapitel im Tarifkonflikt mit dem Branchenriesen auf. „Sonntagsarbeit, das hat erst kürzlich das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, ist allgemein nur in sehr streng geregelten Ausnahmefällen gerechtfertigt, die im Fall Amazon aus unserer Sicht nach dem Arbeitszeitgesetz nicht vorliegen“, sagte ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Am Freitag beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben 2400 Beschäftigte an den Streiks, laut Amazon waren es knapp 2000. ver.di-Chef Frank Bsirske sprach den Streikenden in Bad Hersfeld seine Unterstützung aus und ermutigte sie: „Mit den Streiks werdet ihr Tarifverträge durchsetzen.“ Amazon lehnt diese Tarifgespräche ab.

Angeblich wirkt sich der Arbeitskampf inzwischen aber auch auf das Kaufverhalten der Deutschen aus. Wegen der Vorwürfe, Amazon nutze seine Mitarbeiter aus, verliere der Konzern Kunden, berichtete die Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor unter Hinweis auf eine von ihr in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage. Danach gaben 21 Prozent der Befragten an, die Vorwürfe seien für sie ein Grund, künftig auf Einkäufe bei Amazon zu verzichten.

Von Jörn Perske

Terror, Bürgerkriege oder Ebola: Die deutschen Verbraucher lassen sich die gute Laune nicht vermiesen. Sie sind weiterhin bereit, viel Geld auszugeben. Das liegt auch an den niedrigen Zinsen.

19.12.2014

Der Adventskalender für Papageien, der Wellnessmassagehandschuh für den Hund oder die Christmasüberraschungsbox für die Katze. Unter dem Christbaum werden längst auch die lieben Haustiere beschenkt - zur Freude der Branche.

19.12.2014

Für den Einkauf mit Kredit- und EC-Karten werden in Europa künftig geringere Gebühren fällig. Damit würden Händler und letztlich auch ihre Kunden entlastet, betonte das Europaparlament nach Verhandlungen mit Vertretern der 28 EU-Mitgliedstaaten. Verbraucherverbände begrüßten die Einigung.

18.12.2014