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Deutschland / Weltweit Vernetztes Heim verzögert sich
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19:40 18.12.2014
Beim „Smart Home“ kann man einen Teil der Haustechnik via Smartphone steuern. Quelle: Uli Deck
München

Jeder zweite kennt es, jeder siebte nutzt bereits erste Anwendungen zum „intelligenten Heim“, und die Pläne der Bundesbürger signalisieren ein großes Wachstumspotenzial. Dies geht aus einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom zum vernetzen Wohnen mit Internetanbindung hervor.

Bis zum Jahr 2020 erwartet Bitkom-Präsidiumsmitglied Christian Illek deshalb hierzulande den Durchbruch zum Massenmarkt - derzeit gibt es nur 315 000 komplett vernetzte Haushalte bundesweit. Eine Deloitte-Studie sagt binnen fünf Jahren eine Verdreifachung der Nutzerzahlen voraus.

Einzelne Anwendungen stehen laut Umfrage besonders hoch im Kurs - allen voran Assistenzsysteme für Senioren. Zwei von drei Befragten können sich demnach vorstellen, eine solche Technik einbauen zu lassen, die zum Beispiel über ein elektronisches Armband Angehörige oder Rettungsdienste informiert, wenn eine ältere Person zu Hause gestürzt ist. Für Illek ist dies überraschend: Denn erst auf Rang zwei kommen vielfach beworbene Anwendungen wie programmierbare Rolläden, Fenster, Türen, Heizkörper und Thermostate.

Das meiste funktioniert per Funk und Sensoren

Unter Verbrauchern verbreitet ist aber auch einige Skepsis mit Blick auf die Einmalkosten beim Einbau der neuen Technik. Solange man sich mit Einsteigerpaketen zufrieden gibt, die Heizung und Licht steuern, halten dies die Bitkom-Experten für unbegründet.

Anders sieht es beim komplett vernetzten Haus aus, das die Baukosten um rund ein Zehntel erhöht. In Nachrüstlösungen für einzelne Anwendungen sieht Bitkom die größten Marktchancen. Grundsätzlich überschätzt werde oftmals der Installationsaufwand, sagt Illek. Es müssten keine Wände versetzt oder Schlitze für neue Kabel ins Mauerwerk gestemmt werden. Das meiste funktioniert per Funk und Sensoren.

Ein anderer Vorbehalt ist die Frage, was mit den gesammelten Nutzungsdaten für Heizung, Fernseher und andere Geräte geschieht. Es sei bisher je nach Anbieter nicht ausgemacht, dass die Daten beim Verbraucher blieben, räumen die Bitkom-Experten ein. „Anbieter müssen klar darüber Auskunft geben, was mit den Daten geschieht“, fordert Illek. Dann könne der Wettbewerb über den Datenschutz entscheiden. Es sei allerdings auch nicht ausgeschlossen, dass intelligente Häuser „gehackt“ werden, räumt er ein. Damit könnte etwa bei fernsteuerbarer Sicherheitstechnik der Schuss nach hinten losgehen.

Noch sei der Markt recht heterogen, sagte Bitkom-Experte Tobias Ams. Für die Vernetzung und Verbindung mit dem Internet werden verschiedene Wege vom Stromnetz bis zur Funkübertragung genutzt. Auch in den kommenden Jahren werde sich nicht ein Standard durchsetzen, meint Ams. Besonders in Deutschland stehe ein hoher Mietanteil bei den Wohnungen einer stärkeren Marktdurchdringung noch im Wege.

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