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Deutschland / Weltweit Wie gefährlich ist jetzt eine Reise nach Italien?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Wie gefährlich ist jetzt eine Reise nach Italien?
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15:41 31.10.2016
Das kleine Castelluccio, südöstlich von Perugia, liegt in Trümmern. Die Feuerwehr veröffentlichte am Montagmorgen die Bilder der Zerstörung. Quelle: ANSA
Hannover

Am Sonntag bebte die Erde erneut südöstlich von Perugia mit einer Stärke von 6,6. Auch in der Hauptstadt Rom waren die Erdstöße noch deutlich zu spüren. Die Behörden haben unterdessen die Menschen aufgerufen, die betroffenen Orte zu verlassen. Was Touristen nun bei einer Italienreise beachten sollten:

Kann ich noch nach Italien reisen?

„Die Gefahr im Straßenverkehr ist größer als eine Reise nach Italien“, ist sich Thomas Plenefisch, Seismologe an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, sicher. „Von einer Reise genau in die Region würde ich allerdings abraten.“ In Mailand, Venedig und an der Küste sei die Gefahr aber nicht größer als die Jahre zuvor.

Kann ich meine Reise stornieren?

Es kommt darauf an, ob die Reise konkret beeinträchtigt ist. Eine Kündigung wegen höherer Gewalt ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Urlaub erheblich beeinträchtigt ist. „Wenn die Reise genau in die Erdbebenregion führt, dann kann der Vertrag etwa über eine Pauschalreise gekündigt werden“, sagt Paul Degott, Anwalt für Reiserecht. Zum einen sei davon auszugehen, dass die Infrastruktur rund um das Zentrum in Mittelitalien zerstört ist und zum anderen bestehe die Gefahr, dass Nachbeben erneut die Region erschüttern.

Geht die Reise allerdings nach Rom, Venedig oder Sizilien kann sie erfahrungsgemäß weder vorab gekündigt noch währenddessen abgebrochen werden. „Sitze ich im Robinson-Club in Apulia und habe Angstgefühle, dann ist meine Reise nicht konkret gefährdet“, erklärt Degott.

Wie hoch ist die Gefahr eines weiteren Erdbebens?

Die Region ist bekannt für Erdbeben. „Einen genauen Zeitpunkt für ein weiteres Erdbeben vorauszusagen, ist nicht möglich“, sagt Plenefisch. Es sei aber schon außergewöhnlich, dass es drei stärkere Erdbeben in einem so kurzen Zeitraum gegeben habe.

Für die Italiener seien Erdbeben nichts Besonderes. „Wenn es in Italien etwa ein Erdbeben der Stärke vier gibt, dann geht der Alltag dort weiter“, vergleicht der Erdbeben-Experte. „Während in Deutschland nahezu eine Katastrophenfall ausgerufen wird.“

Wie sieht es mit Nachbeben aus?

„Nachbeben sind ganz normal“, erklärt Plenefisch. Üblicherweise gebe es ein größeres Beben und viele kleinere, die im Laufe der Zeit abnehmen.

Warum kommt es in Italien überhaupt so häufig zu Erdbeben?

In Italien treffen die Kontinentalplatten von Afrika und Europa aufeinander. „Diese können sich ineinander verhaken beziehungsweise reiben aneinander“, erklärt Plenefisch. „Dabei kommt es zu Spannungen und wenn sich diese entladen, findet ein Erdbeben statt.“ Außerdem seien diese Platten in Mittelitalien nur fünf bis zehn Kilometer unter der Erdoberfläche.

Von RND/Ariane Fries

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