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Niedersachsen 5000 Euro Prämie bei Kauf von E-Auto?
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen 5000 Euro Prämie bei Kauf von E-Auto?
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21:19 10.12.2014
Von Lars Ruzic
„Das ist die Sache wert“: Elektroautos haben inzwischen die meisten Hersteller im Angebot, doch die Nachfrage hält sich in Grenzen. Quelle: Paul Zinken
Hannover

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies will die Elektromobilität in Deutschland mit Kaufanreizen für Endverbraucher voranbringen. Im Vorfeld der Wirtschaftsministerkonferenz in Stralsund forderte der SPD-Politiker eine staatliche Prämie von 5000 Euro für jedes neu gekaufte Elektroauto. „Wir brauchen den Erfolg der E-Mobilität, und dafür müssen wir als Staat deutlich mehr investieren als bisher“, sagte Lies am Mittwoch in Hannover.

Der Landesminister, der auch bei Volkswagen im Aufsichtsrat sitzt, wagt sich in der Debatte über die Subventionierung der Zukunftstechnologie so weit nach vorn wie bisher keiner seiner Kollegen aus den Berliner Regierungsparteien. Auf Bundesebene wird derzeit vor allem über verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Firmen diskutiert, die sich Elektroautos anschaffen. So fordert die Nationale Plattform Elektromobilität - ein Verbund aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik -, dass Betriebe gleich im ersten Jahr nach dem Kauf die Hälfte der Anschaffungskosten abschreiben können sollten.

Keine Prämie für Hybridfahrzeuge

Dies sei sicherlich sinnvoll, sagte Lies. Allerdings brauche man auch für Privatleute „Anreize, die Wirkung zeigen“. Eine pauschale Kaufprämie, die in der Wirtschaftskrise schon als „Abwrackprämie“ einen kräftigen Nachfrageschub am Automarkt ausgelöst hat, sei deshalb der sinnvollste Weg. Der Wirtschaftsminister will die Prämie auf drei Jahre befristen und nur für reine E-Autos, nicht aber für Hybridfahrzeuge gewähren.

Er glaubt, damit den Kauf von 50 000 zusätzlichen Modellen anstoßen zu können, was den Staat eine Viertelmilliarde Euro kosten würde. „Das ist die Sache wert“, meint der Ingenieur. Lies sieht andernfalls „die Gefahr, dass deutsche Hersteller und Zulieferer auf einem Zukunftsfeld den Anschluss verlieren“. Schon heute hat der Minister vor der Haustür Problemfälle, die unter der zähen Entwicklung des Marktes leiden - die Elektromotorenwerke von Continental in Gifhorn und von Bosch in Hildesheim etwa.

Industrie wirbt um Firmenkunden

Gleichwohl hält sich die Industrie selbst mit Forderungen nach Prämien bislang zurück. „Das steht nicht auf unserer Prioritätenliste“, sagte ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie. Der Fokus sollte jetzt auf der steuerlichen Förderung für Gewerbekunden liegen. Damit könne man viel schneller die gewollte Wirkung erzielen. Dienstwagen und Firmenflotten machen fast zwei Drittel des deutschen Marktes aus. Auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält eine reine Prämienlösung für nicht ausreichend. Es bedürfe eines umfassenden Anreizpakets, um Elektromobilität voranzubringen. VW-Chef Martin Winterkorn hatte unlängst Sympathien für Kaufanreize erkennen lassen. Sie hätten in der Vergangenheit schon einigen Zukunftstechnologien über die Anschubphase geholfen, sagte er.

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