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00:46 19.05.2018
Callcenter-Mitarbeiterin: Die Dienstleistungsbranche schafft in Niedersachsen besonders viele neue Jobs. Quelle: dpa-Zentralbild
Hannover

Dienstleistungsfirmen in Niedersachsen schaffen so viele Arbeitsplätze wie selten zuvor. Allein im Jahr 2017 stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor um rund 43 000, ergab eine Studie des Unternehmensverbandes AGA. „Die Beschäftigungsentwicklung hat jegliche Erwartung weit übertroffen“, sagte Holger Bissel, Präsidiumsmitglied des AGA und Chef der Creditreform Hannover-Celle. Für 2016 hatte der Verband ein Plus von 23 000 neuen Stellen ermittelt.

Laut AGA steht der Dienstleistungssektor in Niedersachsen für rund 80.000 Firmen mit insgesamt 710.000 Mitarbeitern. Er umfasst Dutzende Branchen von Architektur- und Ingenieurbüros über Versicherungsmakler, Callcenter und Inkassofirmen bis zu Rechenzentren und Reedereien. „In Niedersachsen entwickeln sich die Dienstleister wesentlich stärker als in den anderen norddeutschen Bundesländern“, sagte Bissel. Der AGA hat in den fünf Küsten-Bundesländern insgesamt 3500 Mitglieder – vor allem „unternehmensnahe“ Dienstleister sowie Groß- und Außenhandelsunternehmen.

In den vergangenen fünf Jahren sind laut AGA insgesamt 100 000 neue Jobs im niedersächsischen Dienstleistungssektor entstanden. Für 2018 rechnet der Verband mit 34 000 weiteren Stellen sowie erneut mit Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn der Firmen. „Niedersachsen ist ein Dienstleistungsland“, sagte Bissel. 

Die Branche schaffe hochwertige Jobs, betonte er. Von den 2017 neu hinzugekommenen Stellen lägen nur drei Prozent im Bereich der geringfügigen Beschäftigung. Nach Schätzungen der IHK Hannover hat die Privatwirtschaft in Niedersachsen 2017 insgesamt – über alle Branchen hinweg – rund 60.000 neue Stellen geschaffen.

Noten für Minister

In einer zweiten Studie hat der AGA die politische Einstellung von 1000 Mitgliedsunternehmen in Niedersachsen erfasst. Die befragten Geschäftsführer und Personalverantwortlichen würden demnach überwiegend FDP wählen (44 %), falls demnächst Landtagswahl wäre. Die CDU folgt 37 % knapp dahinter, die SPD ist mit 14,1 Prozent abgeschlagen. 

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gaben die Unternehmer aber die beste Schulnote (2-) im gesamten Kabinett. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) schnitt am zweitbesten ab (3+), gefolgt von Innenminister Boris Pistorius (SDP), Umweltminister Olaf Lies (SPD) und Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), die alle eine 3 erhielten. Die anderen Minister wurden mit 3- bis 4 bewertet. „Die bekannten Minister erhalten relativ gute Noten“, interpretierte Bissel das Ergebnis.

„Bürokratisches Monster“

Aus Sicht der befragten Unternehmer ist der Bürokratieabbau die wichtigste Aufgabe für die Politik – 54 Prozent von ihnen nannten in der AGA-Umfrage dieses Thema.  „Das hat sicherlich auch mit der Datenschutzgrundverordnung zu tun, die als bürokratisches Monster empfunden wird“, sagte Bissel. Die EU-Verordnung tritt am 25. Mai in Kraft.

Ähnlich wichtig wie der Abbau von Bürokratie ist den Befragten die digitale Infrastruktur, die Verkehrsinfrastruktur und Bildung. Die Themen Umwelt und EU wurden hingegen nur von wenigen Unternehmern als dringende Aufgabe für die Politik bezeichnet.

Von Christian Wölbert

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