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Niedersachsen Agravis wächst dank Zukäufen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Agravis wächst dank Zukäufen
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00:45 25.03.2018
Die Landwirtschaftliche Genossenschaft steigert ihr Ergebnis. Quelle: dpa
Hannover

  Bei seinem Abschied hat der langjährige Agravis-Chef Clemens Große Frie eine anspruchsvolle Zielvorgabe hinterlassen: Bis Ende 2018 sollten der Umsatz des zweitgrößten deutschen Agrarhändlers auf 8 Milliarden Euro und der Vorsteuergewinn auf 80 Millionen Euro steigen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass sich die Anteilseigner noch etwas gedulden müssen – für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen Erlöse von 6,5 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von etwa 42 Millionen Euro. „Wir sind dabei, unsere Strategie neu auszurichten“, sagte Vorstandschef Andreas Rickmers am Donnerstag bei der Bilanzvorlage.

Die „herausfordernde Prognose“ seines Vorgängers erklärt der Manager mit der seinerzeit guten Ausgangslage: Wegen der vergleichsweise hohen Preise habe damals auch der Agrarhandel gut verdient. Inzwischen sei der Wettbewerb deutlich härter geworden – während immer mehr Bauern ihre Höfe aufgeben, steige im Agrarhandelsgeschäft bei gleichbleibender Zahl der Akteure der Wettbewerbsdruck.

Neben privaten Händlern setzten genossenschaftlich geprägte Unternehmen wie Agravis auch Konkurrenten aus den Benelux-Staaten und aus Dänemark zu. „Auch Start-ups könnten im Zuge der Digitalisierung ihren Appetit für die Landwirtschaft entdecken“, sagte Rickmers. „Wir sind Teil eines intensiven Verdrängungswettbewerbs.“ Am Ziel einer Umsatzrendite von einem Prozent halte Agravis fest.

Hohe Abschreibungen 

Um sich nicht nur zu behaupten, sondern auch wieder zu wachsen, hat der Konzern seine Investitionen im vergangenen Jahr um knapp 30 Prozent auf 87 Millionen Euro erhöht. Auch dank der Übernahme von 14 Raiffeisen-Märkten und von zwei Mischfutterwerken stieg der Umsatz 2017 um 3,8 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Etwa die Hälfte des Wachstums sei auf die Akquisitionen zurückzuführen, hieß es gestern. Mittelfristig sollen die Erlöse auf 10 Milliarden Euro steigen.

Der Vorsteuergewinn brach im vergangenen Jahr hingegen von 41,6 auf 25,3 Millionen Euro ein. Unter dem Strich blieben 12,5 Millionen Euro übrig – ein Minus von 51 Prozent. Für den Gewinnrückgang seien Einmalbelastungen verantwortlich, sagte Rickmers. Zum einen habe man nach der Übernahme von Ceravis Sachsen hohe Abschreibungen auf zwei Silo-Standorte vorgenommen, zum anderen schlage sich der „sozialverträgliche“ Abbau von 200 Stellen in der Bilanz nieder. 

Agravis ist im Jahr 2004 durch den Zusammenschluss der Raiffeisen Central-Genossenschaft Nordwest in Münster und der Raiffeisen Hauptgenossenschaft Nord in Hannover entstanden. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 6500 Mitarbeiter und unterhält mit Hannover und Münster zwei Unternehmenssitze.

Auf dieser Aufteilung wolle man festhalten, sagte Rickmers. Während Hannover eher auf die Ackerbaubetriebe ausgerichtet sei, liege der Schwerpunkt in Münster auf der Tierhaltung. „Wegen der Kundennähe ist das sinnvoll“, erklärte Rickmers.

Von Jens Heitmann

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