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Russischer Stahlunternehmer

Alexej Mordaschow baut Einfluss bei TUI aus

Der russische Stahlunternehmer Alexej Mordaschow will mehr als 25 Prozent an der TUI übernehmen. Wie aus einer Anmeldung bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde hervorgeht, will Mordaschows Beteiligungsgesellschaft S-Group ihren Anteil von aktuell rund 18 Prozent über die Sperrminorität hinaus erhöhen – jedoch unter der Marke von 30 Prozent bleiben.
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Der russische Stahlmagnat Alexej Mordaschow.

Der russische Stahlmagnat Alexej Mordaschow.

© dpa

Auch bei den deutschen Kartellbehörden wolle die S-Group das Vorhaben anmelden, hieß es am Dienstag.

Die geplante Aufstockung der Anteile ist offenbar in enger Abstimmung mit TUI-Vorstandschef Michael Frenzel erfolgt. Man sei von dem Vorgang nicht überrascht worden, verlautete gestern aus Konzernkreisen. Ein Unternehmenssprecher wollte zu den Absichten Mordaschows keine Stellung nehmen. Veränderungen auf der Aktionärsseite würden grundsätzlich nicht kommentiert, hieß es lediglich.

Von den Aktionären wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Der Kurs der TUI-Aktie war am Montag mit einem Plus von zwischenzeitlich mehr als 7 Prozent der größte Gewinner im Nebenwerteindex M-Dax. „Mordaschow sorgt damit für mehr Stabilität im Konzern und – vermutlich – für mehr Ruhe auf den Hauptversammlungen“, sagte Nord/LB-Analystin Martina Noß.

Unklar ist, von wem Mordaschow weitere Anteile übernehmen will. Ihm stehen drei Wege offen. Als wahrscheinlichste Varianten gelten der Zukauf von Aktien am Markt oder die Übernahme von Aktienpaketen jener Anteilseigner, die dem TUI-Vorstand freundlich gesinnt sind. Dass der als Frenzel-Gegner bekannte Großaktionär John Fredriksen Papiere abgibt, ist eher unwahrscheinlich. Dieser habe „keine Pläne, Aktien an Mordaschow zu verkaufen“, sagte der Vertraute des norwegischen Reeders, Per Olav Troim, dem Onlinedienst der Agentur Reuters. Fredriksen hält nach eigenen Angaben derzeit ähnlich viele TUI-Aktien wie Mordaschow. Der Investor hatte Frenzels Kurs in der Vergangenheit harsch kritisiert und war in Hauptversammlungen versucht, Vertraute in den TUI-Aufsichtsrat zu bekommen.

Mordaschow ist im Herbst 2007 bei der TUI zunächst mit 3 Prozent eingestiegen und hat seine Beteiligung in der Folge kontinuierlich aufgestockt. Seither hat der Unternehmer immer wieder betont, dass sein Investment bei der TUI langfristig angelegt sei. Gemeinsam mit den Hannoveranern gehört seiner S-Group das Gemeinschaftsunternehmen TUI Russia, das in Russland und der Ukraine als Reiseveranstalter aktiv ist. Der osteuropäische Markt gilt in der Reisebranche als ein wichtiger Zukunftsmarkt für das Veranstaltergeschäft. In Westeuropa hingegen erhoffen sich Unternehmen keine bedeutenden Zuwachsraten mehr – der Markt sei weitgehend gesättigt, heißt es.

[Jens Heitmann]

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