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Niedersachsen Autozulieferer schafft 1000 Jobs im Großraum Hannover
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00:58 23.04.2018
Die Faurecia-Zentrale in Stadthagen: Hier fallen vermutlich rund 900 Arbeitsplätze weg Quelle: rg
Hannover

 Es ist eine der größten Neuansiedlungen in der Geschichte der Region: Der Autozulieferer Faurecia will „im Großraum Hannover“ einen Standort für rund 1000 Mitarbeiter bauen. Im Jahr 2020 sollen Ingenieure und Verwaltungsmitarbeiter von den beiden Standorten Stadthagen und Peine dorthin wechseln. Das teilte der französische Konzern am Freitag mit. In den Neubau des „hochmodernen Innovationszentrums“ werde man 50 Millionen Euro investieren. 

Teams aus unterschiedlichen Disziplinen müssten an einem Standort eng zusammenarbeiten, sagte Faurecia-Chef Patrick Koller. Außerdem sei die „räumliche Nähe zu wichtigen Fachkräften und lokalen Ökosystemen“ wichtig. Faurecia ist mit 109.000 Mitarbeitern einer der größte Zulieferer der Welt.

Unklar ist, wo genau in der Region er bauen wird. Man suche noch nach einem geeigneten Standort, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Der hannoversche Stadtteil Marienwerder sei „eine Option“. Die Stadt saniert dort zurzeit ein großes Areal, auf dem früher eine Batteriefabrik stand. 

Fest steht, dass Faurecia seine Deutschland-Zentrale von Stadthagen an den neuen Standort verlegen will. Außerdem sollen Entwicklungsabteilungen aus Stadthagen (Autositze) und Peine (Interieurs) dorthin wechseln. Das heißt, dass in Stadthagen voraussichtlich rund 900 Stellen wegfallen: 600 im Bereich Entwicklung, 300 in der Verwaltung. Nur eine Autositz-Produktion mit 100 Jobs bleibt dort. Aus Peine sollen rund 120 Entwickler nach Hannover wechseln. Das Interieurwerk mit 370 Arbeitsplätzen bleibt in Peine.

„Katastrophe“ für Stadthagen

Für die Region Stadthagen sei die Entscheidung „eine Katastrophe“, sagte Faurecia-Betriebsratschef Jürgen Bittner. Faurecia habe mündlich versprochen, alle Mitarbeiter mitzunehmen. Er werde aber auch eine schriftliche Beschäftigungsgarantie einfordern. 

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sagte: „Dass keine Entlassungen geplant sind, ist eine gute Nachricht.“ Faurecia verlagere seinen Standort nicht ins Ausland, sondern stärke seine Präsenz in Niedersachsen. „Davon war bei einem Global Player dieser Größenordnung nicht selbstverständlich auszugehen.“

Hannovers Regionspräsident Hauke Jagau begrüßte die Entscheidung des Konzerns. Die Region Hannover passe mit ihrer starken Wirtschaft, exzellenter Wissenschaft und qualifizierten Fachkräften gut zu Faurecia. 

Die hannoversche Stadtverwaltung bestätigte, dass Marienwerder einer von mehreren möglichen Standorten in der Region sei. „Wenn Faurecia nach Hannover käme, würde dies die Landeshauptstadt als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort und konkret den Standort Marienwerder stärken“, sagte ein Sprecher. 

Faurecia wollte das Zentrum ursprünglich in Stadthagen bauen. Doch Ende 2016 machte das Unternehmen einen Rückzieher und vertagte die Entscheidung. 

Von Christian Wölbert

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