Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Bauern sind wieder zuversichtlich
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bauern sind wieder zuversichtlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:20 08.12.2014
Von Carola Böse-Fischer
Gut gefüllte Getreidesilos: Wegen seiner guten Backqualität ist deutscher Weizen vor allem im Iran stark gefragt. Quelle: Julian Stratenschulte
Algermissen

Niedersachsens Landwirte schöpfen wieder Hoffnung. Monatelang kannten die Getreidepreise nur eine Richtung - abwärts. Der Deutsche Bauernverband sprach jüngst sogar von einem regelrechten Preissturz als Folge weltweit reichlicher Ernten, die das Angebot schneller wachsen ließen als die Nachfrage. Inzwischen scheint jedoch die Talsohle durchschritten zu sein. Seit einigen Wochen sind die Getreidepreise an den Agrarbörsen wieder auf Erholungskurs, wie der Landhändler Konrad Weiterer jetzt beim Jahresgespräch des privaten Agrargewerbes Niedersachsen (agw) in Algermissen berichtete.

Seit Ende September ist die Notierung für die Tonne Weizen an der Pariser Matif, an der sich der heimische Landhandel orientiert, demnach von 149 Euro auf heute 184 Euro gestiegen. Damit liegt der Preis zwar immer noch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, das zur gleichen Zeit bei 207 Euro lag. Aber viele Bauern, die sich wegen des Preisverfalls beim Abschluss von Verkaufsverträgen mit dem Handel in den vergangenen Monaten zurückgehalten hatten, nutzten jetzt die Erholungsphase für neue Kontrakte zur Lieferung im Frühjahr, erklärte der agw-Vorsitzende. Hätten im Oktober noch 75 Prozent der diesjährigen Ernte in den Silos der Bauern gelegen, seien es jetzt nur noch 50 Prozent. Der Preis, den die Landwirte ausgezahlt bekommen, ist um rund 20 Euro niedriger als die Börsennotierung.

Kartoffeln billig wie lange nicht

Wenig Freude haben die deutschen Kartoffelanbauer in diesem Jahr. Zwar haben sie mit mehr als 10 Millionen Tonnen eine überdurchschnittlich gute Ernte eingefahren, wie Michael Kleinlein, Geschäftsführer des Handelsunternehmens Lünekartoffel in Südergellersen bei Lüneburg sagt. Aber wegen des überreichlichen Knollenangebots seien die Preise drastisch gesunken. Gerade noch 7 Euro bekämen die Landwirte für 100 Kilogramm. Vor einem Jahr seien es rund 25 Euro gewesen. 2013 war allerdings das Kartoffelangebot wegen der schlechten Ernte knapp. „Bei dem derzeitigen Preisniveau legen die Kartoffelerzeuger bares Geld zu“, erklärt der Fachmann. Rund 13 Euro bräuchten die Bauern, um gut über die Runden zu kommen. Vom Preisverfall der Knollen profitieren die Konsumenten schon seit Wochen. Bei den Discountern kostet das Gebinde mit 2,5 Kilogramm laut Kleinlein teilweise weniger als einen Euro, so wenig wie lange nicht mehr.

Für eine Entspannung der Getreidemärkte hat laut Weiterer vor allem die „starke“ Ausfuhr von Europa nach Nordafrika und in den Nahen Osten gesorgt. Überproportional hätten davon deutsche Exporteure profitiert. Wegen seiner guten Backqualität sei deutscher Weizen besonders im Iran gefragt. Allein rund ein Viertel der deutschen Getreideexporte gingen in diesem Jahr in den Iran.

Die Länder in Nordafrika und in Nahost können sich aus eigenem Anbau nicht ausreichend mit Getreide versorgen und sind daher auf Importe angewiesen. Der größte Importeur ist nach Angaben des agw-Chefs Ägypten. Insgesamt dürften die EU-Getreideanbauer in diesem Jahr mehr als 30 Millionen Tonnen im Export verkaufen. Die gute Nachfrage aus dem Ausland habe sich stabilisierend auf die Preise ausgewirkt, erklärte Weiterer, der auch Geschäftsführer der gleichnamigen Landhandelsfirma in Algermissen ist. Zudem hätten die Landwirte in den USA eine kleinere Weizenernte mit schlechterer Qualität eingefahren.

Auch Russland und die Ukraine, traditionell starke Exporteure, hätten angesichts der politischen Wirren ihre Verkäufe ins Ausland eingeschränkt. Zum einen solle die Versorgung zu Hause gesichert werden, zum anderen sei der Export für Russland wegen des schwer unter Druck geratenen Rubels zurzeit nicht lukrativ. Wenn Russland nicht liefert, springen andere ein, etwa die EU, stellte Weiterer fest. „Wir haben Glück im Unglück gehabt.“ Denn das Geschäft auf dem deutschen Markt laufe schleppend. So hätten sich etwa die Mühlen als Großkunden mit Halbjahreskontrakten bereits bis März ausreichend mit Getreide versorgt.

Die Belegschaftsvertreter des hannoverschen Traditionsunternehmens Komatsu Hanomag dringen bei der Entlohnung auf eine Rückkehr zur Normalität. Die Auftragslage hat sich deutlich verbessert.

Lars Ruzic 06.12.2014
Niedersachsen Trotz Prämien - Bio boomt nicht

Mit einem Aktionsplan und einer weiteren Prämienerhöhung wollte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) Landwirten den Umstieg von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft erleichtern. Doch die Nachfrage ist überschaubar.

05.12.2014

Auf ihre alten Tage hält die fünfte Transportergeneration die Belegschaft von VW Nutzfahrzeuge (VWN) unter Dampf. „Wir sind ausverkauft“, sagte Betriebsratschef Thomas Zwiebler am Donnerstag im Anschluss an eine Betriebsversammlung mit 6500 Beschäftigten.

Lars Ruzic 04.12.2014