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Niedersachsen Hohe Baunachfrage treibt Preise hoch
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hohe Baunachfrage treibt Preise hoch
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16:46 16.05.2018
Vor allem in den Balllungsräumen gibt es derzeit viele Baustellen. Daran dürfte sich vorerst nichts ändern, die Auftragsbücher der Bauunternehmen sind voll. Quelle: dpa
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Berlin

Die deutschen Baufirmen sitzen auf einem Rekord-Auftragsbestand. Die Hochkonjunktur der Branche dauert an und wird besonders vom Wohnungsbau angetrieben. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erhöhte am Mittwoch seine Jahresprognose für das Umsatzwachstum von 4 auf 6 Prozent, die Erlöse dürften damit rund 120 Milliarden Euro erreichen. Auch 2019 erwartet die Branche ein Plus von rund 6 Prozent. Angetrieben wird der Boom besonders vom Wohnungsbau. Er hat aber auch eine Kehrseite: Bauherren müssen in diesem Jahr mit einem Preisanstieg von bis zu 4,5 Prozent rechnen. 

Das Bauhauptgewerbe bleibe auf mittlere Sicht „eine Stütze der Konjunktur“,  sagte Verbandspräsident Peter Hübner in Berlin. Der Bestand an Aufträgen hatte zu Jahresanfang einen Wert von 41 Milliarden Euro. Das sind 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und entspricht einer Produktion von vier Monaten.  Die starke Baukonjunktur sorgt auch für neue Jobs am Bau. In diesem Jahr sollen etwa 20 000 Bauarbeiter hinzukommen auf dann 830 000, im kommenden Jahr weitere 15 000. Derzeit sei die Personallage in den Bauunternehmen angespannt, sagte Hübner. 

 Die höheren Preise spiegelten höhere Löhne, aber auch Kostensteigerungen bei Baustoffen und Produkten wider sowie die insgesamt wachsende Nachfrage. Deutlich teurer geworden seien etwa Bitumen, Betonstahl und die Entsorgung von Bodenaushub auf Deponien. 

 Der Wohnungsbau wächst momentan am stärksten. Inzwischen gebe es bei den Genehmigungen für Neubauten einen Überhang von mehr als 400 000 Wohnungen. Das sei mehr, als man in einem Jahr bauen könne, stellte Hübner fest. In diesem Jahr dürften nach seinen Worten maximal 340 000 Wohnungen fertiggestellt werden, nach 310 000 im vergangenen Jahr. Damit bleibe der Wohnungsneubau aber hinter dem von CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag angepeilten Ziel von 375 000 Wohnungsfertigstellungen pro Jahr zurück. Die Bauwirtschaft brauche Zeit, ihre Kapazitäten an das stark steigende Nachfrageniveau anzupassen. Für den gesamten Wohnungsbau einschließlich der Modernisierung erwartet der Hauptverband ein Umsatzplus von nominal 7 Prozent.

 Der Präsident begrüßte die von der Bundesregierung geplante Sonderabschreibung im frei finanzierten Wohnungsbau und das Baukindergeld für Familien. Mit Fördermitteln und Steuervergünstigungen allein könne man die Engpässe beim Wohnraum aber nicht beseitigen. 

 „Das knappe Bauland bremst in den Städten den Wohnungsbau“, sagte Hübner. Vor neun Jahren habe der Quadratmeterpreis bei rund 300 Euro gelegen, heute seien es 1000 Euro. Dafür seien die Kommunen mitverantwortlich. „Sie verkaufen Grundstücke für teures Geld an Immobilienentwickler, um ihre Haushalte zu sanieren. Anschließend klagen die Kommunen, dass da nur teure Eigentumswohnungen gebaut werden. Das ist nicht in Ordnung.“

Von Bernd Roeder

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