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Niedersachsen Continental kassiert seine Jahresziele
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Continental kassiert seine Jahresziele
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19:45 17.10.2016
Von Lars Ruzic
Für Rückrufaktionen und drohende Kartellstrafen muss Continental Rücklagen bilden und kassiert deshalb seine Jahresziele. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Demnach muss der Konzern unter anderem Rückstellungen für Rückrufaktionen und drohende Kartellstrafen bilden. Insgesamt rechnet die Conti mit zusätzlichen Belastungen von fast einer halben Milliarde Euro.

Die erst vor zwei Monaten angehobenen Jahresziele musste die Conti wieder einkassieren. Zwar bleibt es bei der Umsatzprognose von 41 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis werde jedoch nur noch bei gut 10,5 Prozent vom Umsatz statt bislang bei 11 Prozent liegen, teilten die Hannoveraner mit. Die Belastungen betreffen ausschließlich die Autozuliefersparten, Reifen und Conti-Tech sind von den Problemen unbenommen.

Allein 390 Millionen Euro muss die Conti für Rückrufe und Kartellverfahren zurücklegen. Die Gewährleistungsfälle machen dabei die Mehrheit der Kosten aus. Bei fehlerhaften Teilen, die ausgetauscht oder umprogrammiert werden müssen, halten sich die Autobauer am Ende nach dem Verursacherprinzip an ihre Lieferanten. Hier sind Conti offenbar zuletzt mehrere Rechnungen ins Haus geflattert. Um welche Fälle es geht, wollte ein Sprecher nicht sagen. Für Aufsehen hatte vor zwei Jahren ein Rückruf bei 850 000 Audi A4 gesorgt, für deren Airbags Conti fehlerhafte Steuergeräte geliefert hatte. Auch zu den Kartellverfahren gab es gestern keine Details. Laut Geschäftsbericht ist Conti sowohl in der EU als auch in Brasilien, Südafrika und Südkorea bei ausgewählten Produkten der Preisabsprachen verdächtigt.

Weitere 60 Millionen Euro an Zusatzbelastungen werden für kurzfristig erhöhte Investitionen in die Entwicklung von Infotainmentsystemen und alternativen Antrieben fällig. Hier musste die Conti offenbar schnell umsteuern, um neue Aufträge im Bereich von Digitalisierung und Elektromobilität bedienen zu können. Nochmals 50 Millionen Euro Zusatzaufwand entstanden durch den Ausfall eines japanischen Chip-Lieferanten, dessen Fabrik von Erdbeben betroffen war.

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