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Niedersachsen Continental leidet unter Währungsturbulenzen
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00:59 30.04.2018
Conti-Chef Elmar Degenhart präsentiert bei der Hauptversammlung einen Roboter Cobot als neuen Mitarbeiter. Quelle: imago/localpic
Hannover

 Wegen des starken Euros und schwankender Wechselkurse hat Continental im ersten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn schrumpfte von Januar bis März um 9 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Der Umsatz stagnierte bei 11 Milliarden Euro. Bereinigt um negative Währungseffekte von rund 550 Millionen Euro seien die Erlöse um 4,3 Prozent gestiegen, teilte der Konzern am Freitag bei der Hauptversammlung in Hannover mit. 

Vorstandschef Elmar Degenhart zeigte sich vor diesem Hintergrund zuversichtlich. Der Auftragseingang im Autogeschäft, das für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes steht,  habe nach drei Monaten mit einem Plus von 15 Prozent und 11 Milliarden Euro Rekordniveau erreicht: „In einem rückläufigen Markt zeigen wir Stärke.“ 

Allerdings erwartet Conti anhaltende Turbulenzen auf der Währungsseite. Wechselkurschwankungen könnten den Umsatz für das Gesamtjahr um rund eine Milliarde Euro geringer ausfallen lassen. Der Konzern hatte bereits vergangene Woche seine Jahresprognose kassiert. Demnach erwartet das Unternehmen für 2018 nun eine bereinigte Umsatzrendite (Ebit) von rund 10 Prozent statt mehr als 10,5 (Vorjahr: 10,9) Prozent.

Ein weiteres Risiko sieht Degenhart „in der aktuellen Gefährdung des Freihandels“. Die Automotive-Sparte des Konzerns arbeite beispielsweise in einem globalen Verbund von rund 17.000 Partnern – die gefertigten Komponenten überschritten im Durchschnitt viermal nationale Grenzen, bevor sie als fertige Produkte bei den Kunden ankämen. „Zölle erzeugen keine Gewinner“, sagte der Conti-Chef. „Zölle erzeugen nur Verlierer.“

Bedeckt hielt sich Degenhart zu Umbauplänen für den Konzern: „Wir befinden uns noch im Analyse-Stadium.“ Im Fokus der Überlegungen steht dabei das Antriebsgeschäft. Bei der Sparte Powertrain, die auf Einspritzsysteme, Getriebesteuerungen und Systeme zur Abgasnachbehandlung für Verbrennungsmotoren spezialisiert ist, sei mehr als die Hälfte des Umsatzes vom Umstieg in das Elektrozeitalter betroffen, sagte der Conti-Chef. Um diesen besser managen zu können, sei es denkbar, das Geschäft als eigenständige Organisation zu verselbstständigen und dieser Einheit dann mehr unternehmerischen Freiraum zu geben.

Aktionärsvertreter wollen sich mit solch vagen Andeutungen nicht zufrieden geben. Die bisherige Darstellung der Pläne sei „suboptimal und verbesserungswürdig“, sagte Christian Retkowski von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Winfried Mathes von der Fondgesellschaft Deka Investment forderte vom Vorstand einen „intensiven Dialog“ mit den Kleinaktionären. Es gehe nicht an, dass die Umbaupläne nur in einem kleineren Kreis aus Management, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertretern diskutiert werde.

Von Jens Heitmann

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