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Niedersachsen Continental verdient deutlich mehr
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16:49 11.03.2018
Glänzende Zahlen für den Zulieferer Continental. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

  Continental will auch künftig kräftig wachsen – in welcher Konzernstruktur das geschehen soll, bleibt hingegen weiter offen. Bis zum Jahr 2020 werde der Umsatz voraussichtlich die Marke von 50 Milliarden Euro erreichen, bis 2025 seien auch ohne Zukäufe mehr als 65 Milliarden Euro möglich, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag bei der Präsentation vorläufiger Geschäftszahlen in Hannover: „Wir sind kerngesund.“ Bis zum Sommer werde man entscheiden, wie der Aufbau des Unternehmens künftig aussehen werde.

Im vergangenen Jahr hat Conti seine Erlöse um 8,5 Prozent auf 44  Milliarden Euro nach oben geschraubt, unter dem Strich stieg der Gewinn um 6,5 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro. Die Dividende soll sich zum sechsten Mal in Folge auf 4,50 Euro (plus 25 Cent) erhöhen – davon profitiert vor allem die Familie Schaeffler, der 414 Millionen Euro überwiesen werden. Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Sohn Georg halten über eine Beteiligungsgesellschaft 46 Prozent der Conti-Anteile.

Zu den Umbauplänen für den Konzern hält sich Vorstand bedeckt. Angesichts des rasanten Wandels der Autoindustrie sei für Continental „ein Höchstmaß an Flexibilität und Agilität“ die Voraussetzung für schnelles Wachstum und dauerhafte Wertschöpfung. Zu angeblichen Planspielen über eine mögliche Dreiteilung des Konzerns unter dem Dach einer Holding wollte sich Degenhart nicht äußern. „Derzeit evaluieren wir denkbare Optionen“, sagte er. Ein neuerlicher Wandel wäre für den Konzern aber nichts Ungewöhnliches: „Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich Conti von einem reinen Reifenhersteller und Industriepartner zu einem globalen Technologieunternehmen entwickelt.“

Elektronik, Sensoren und Software machen für den Konzern einen immer größeren Teil des Geschäfts aus. Davon profitiert insbesondere die größte Sparte Automotive, die für etwa 60 Prozent des Umsatzes steht. Im vergangenen Jahr kletterte der Auftragseingang in diesem Bereich auf einen Rekordwert von fast 40 Milliarden Euro. Die Trends zum automatisierten Fahren sowie zur Vernetzung und Elektrifizierung seien die Treiber des Geschäfts – von den 235.000 Mitarbeitern im Konzern sind 42.000 in Forschung und Entwicklung tätig. 

Bei der Elektromobilität bremst man die Erwartungen an eine schnelle Verkehrswende jedoch: Vor 2025 könnten ausschließlich batteriegetriebene Autos wegen der fehlenden Reichweite und hoher Kosten nicht wettbewerbsfähig werden, sagte Degenhart: „Dazu benötigen wir noch einen Technologiesprung.“

Für das laufende Jahr rechnet Conti mit einer Fortsetzung des profitablen Wachstums: Der Umsatz soll um knapp 7 Prozent auf 47 Milliarden Euro steigen, vor Währungseinflüssen sei eine bereinigte operative Marge von 10,5 Prozent geplant –damit bliebe rund jeder zehnte Euro von den Erlösen als Ertrag übrig. Der größte Gewinnbringer soll die Gummi-Sparte mit Reifen und Industrieprodukten (Contitech) bleiben, wegen der steigenden Kautschukpreise werde die operative Rendite aber voraussichtlich von 19 auf 15 Prozent sinken, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Der Automotive-Bereich soll erneut eine Marge von 8,5 Prozent erreichen. 

Von Jens Heitmann

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