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Das sind die Stars auf der Agritechnica

Messe Das sind die Stars auf der Agritechnica

Maschinen in der Landwirtschaftschaft sind zuweilen groß – mit Rädern, hinter denen sich ein Bauer verstecken kann. Das war zumindest jahrelang die Regel. Aber es geht auch anders, smarter. Das zeigt nicht nur ein autonom fahrender Roboter von Fendt.

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Klassisch groß oder mittlerweile auch deutlich kleiner und voll mit Computertechnik: Das sind die Stars bei der Agritechnica.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Roboter Xaver tritt im Rudel auf

Hannover.

Man muss am Stand von Fendt lange suchen, bis man Xaver findet. Zwischen den anderen Produkten des Allgäuer Herstellers - gigantischen Traktoren und Mähdreschern - übersieht man den bierkastengroßen Feldroboter schnell. Doch gerade wegen seiner Winzigkeit ist der Acker-Androide einer der Messestars. Er stellt ein altes Gesetz der Branche infrage.

Jahrzehntelang galt für Maschinen dasselbe wie für bäuerliche Betriebe selbst: wachse oder weiche. Häcksler, Traktoren und Drillen wurden immer gigantischer, beackerten immer mehr Reihen in einem Durchgang. Doch die Riesen haben auch Nachteile. Sie dürfen nur mit Sondergenehmigung auf die Straße. Sie verdichten den Boden so stark, dass man ihn später mit schwerem Gerät wieder auflockern muss - und das kostet.

Außerdem zwingen neue Gesetze die Landwirte, präziser zu arbeiten. Dünger muss nah am Saatgut platziert werden, damit keine Nährstoffe verschwendet und Obergrenzen eingehalten werden.

Auftritt Xaver. Der Winzling soll großen Maschinen bei der Mais-Aussaat bald Konkurrenz machen, verspricht Fendt-Entwickler Thiemo Buchner. Sein Roboter tritt im Rudel auf: Zwölf Exemplare wuseln gemeinsam übers Feld und bepflanzen autonom ungefähr einen Hektar pro Stunde. Der Bauer muss nur einen Hänger, der als Ladestation dient, am Feld abstellen.

Anders als große Maschinen öffne Xaver den Boden nur dort, wo nötig, betont Buchner. Er pflanze auf vier Zentimeter genau, dokumentiere die Position jedes Korns und erleichtere so das Düngen. Und weil er nur 50 Kilogramm wiege, verdichte er den Boden kaum. „Unter dem Strich verbraucht das System 75 Prozent weniger Energie als eine konventionelle Maschine“, sagt der Ingenieur. Und zumindest auf kleinen Feldern werde es auch günstiger arbeiten als normale Sämaschinen. Ein schlechtes Gewissen, dass er seinen Kollegen Aufträge wegnimmt, hat Buchner nicht: „Wenn wir es nicht tun, tut es jemand anders“, sagt er.

Tatsächlich arbeiten viele Start-ups an Agro-Robotern. Auf der Agritechnica sieht man etwa die Modelle Oz und Dino des französischen Herstellers Naio. Sie arbeiten zwar in gemütlichem Tempo, aber autonom. Kamera- und GPS-gesteuert hacken sie Unkraut auf Gemüsefeldern. Weltweit sind schon 70 Stück im Einsatz.

 

Kartoffelroder aus Niedersachsen

Einsatzbereich : Der „Ventor 4150“der Landmaschinenfabrik Grimme aus Damme im Landkreis Vechta erntet vier Reihen Kartoffeln in einem Rutsch, trennt sie vom Kraut und siebt Steine heraus. Die Maschine wurde für Landwirte in Europa entwickelt. Da sie „nur“ 3,50 Meter breit ist, kann sie auch in Deutschland noch auf öffentlichen Straßen fahren – zumindest auf bestimmten Strecken und nach vorheriger Genehmigung.


Technische Besonderheiten : Die Herausforderung für die Ingenieure bestand darin, das vierreihige System möglichst schmal zu bauen. Die Lösung ist ein zum Patent angemeldeter Klappmechanismus: Trennaggregate werden vor der Straßenfahrt in die Maschine eingeschwenkt und auf dem Feld wieder herausgeklappt. Ebenfalls zur Ausstattung gehören ein Bunker für 15 Tonnen Kartoffeln, ein 530-PS-Motor, ein 12-Zoll-Monitor im Cockpit und zwei Weitwinkelkameras, die dem Fahrer einen Rundumblick ohne tote Winkel bescheren.


Preis : rund 650.000 Euro

 

Mähdrescher mit 
über 600 PS

Einsatzbereich : Die S700-Serie ist das neue Flaggschiff der Mähdrescher von John Deere. Die Modelle für den europäischen Markt werden in Zweibrücken gebaut.

Technische Eckdaten : Im Vergleich zu den Vorgängern hat John Deere die Software optimiert: Der Mähdrescher passt seine Einstellungen während der Ernte automatisch an geänderte Bedingungen wie die Menge und die Feuchtigkeit des Korns an. Unter der Haube stecken Dieselmotoren mit 380 bis 625 PS – natürlich mit Harnstoffeinspritzung gegen Stickoxide.


Preis : Das günstigste Modell kostet rund 310  000 Euro. Für das Schneidwerk sind rund 40 000 Euro extra fällig. Die Maschinen werden in der Regel von Lohnunternehmern oder Kundengemeinschaften gekauft statt von einzelnen Landwirten.

 

Breite Reifen schonen den Boden

Einsatzbereich : Der tschechische Hersteller Mitas entwickelt Reifen für Hochleistungstraktoren. „Unsere Kunden legen sehr viel Wert auf Bodenschonung“, sagt Key Account Manager Jens Steinhardt.

Technische Besonderheiten : Die Reifen müssen möglichst breit sein und einen geringen Innendruck haben, um die Bodenverdichtung zu minimieren. Das Modell im Bild ist so breit, dass es vor allem in Russland und den USA nachgefragt wird.

Preis : rund 7500 Euro pro Stück

 

Wenn der Spargel ins Internet geht

Einsatzbereich : Bosch bietet Spargelbauern seit zwei Jahren ein System für die Überwachung ihrer Felder an. „Deepfield Connect“ misst die Temperatur in mehreren Tiefen des Spargeldamms und schlägt Alarm, sobald das Edelgemüse in Gefahr gerät – zum Beispiel, wenn die Temperatur oben zu stark von der unten abweicht. Der Bauer kann dann die Abdeckfolie wenden, um die Temperatur zu regulieren, bevor der Spargel hohl oder holzig wird.

Technische Besonderheiten : Bei den Sensoren handelt es sich um schwarze „Plastikspargel“. Sie übermitteln ihre Messwerte an ein „Gateway“ auf dem Feld, das sie wiederum in die Bosch-Cloud funkt. Der Bauer sieht jederzeit alle Temperaturwerte auf seinem Smartphone-Display. 


Preis : Bosch vermietet das System für 319 Euro pro Sensor und Jahr – die restliche Hardware und die Software sind inklusive.

 

Magnetisches Traktor-GPS zum Nachrüsten

Einsatzbereich : Über Auto-Navigationssysteme können Schlepperfahrer nur lachen. Moderne Traktoren navigieren nämlich zentimeter- statt nur metergenau. Und für ältere Modelle gibt es GPS-Systeme zum Nachrüsten. Ein besonders günstiges hat der britische Hersteller Agricision entwickelt: Ein grünes Licht signalisiert dem Fahrer, dass er genau in der geplanten Spur fährt. Weicht er ab, blinken links oder rechts gelbe Lichter auf.
Technische Besonderheiten : Das „OnTrak“ getaufte Gerät kommt ohne Kabel aus. Es haftet magnetisch auf der Motorhaube und hält mit einer Akkuladung angeblich 24 Stunden durch. Die Routen legt man in einer iPad-App fest. iPad und GPS-Gerät sprechen über Bluetooth miteinander.
Preis : 785 Euro

Von Christian Wölbert

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