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Niedersachsen Erste Erfolge bei der Jobsuche für Flüchtlinge
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22:16 19.12.2016
Ein syrischer Flüchtling auf seiner Ausbildungsstelle. Quelle: dpa
Hannover

Hannover. Die Anstrengungen zur Integration von Flüchtlingen tragen erste Früchte - aber der Großteil der Arbeit bleibt noch zu tun. In Niedersachsen fanden in den vergangenen zwölf Monaten 3200 arbeitslose Zuwanderer aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern außerhalb Europas einen Job, weitere 350 begannen eine Ausbildung. „Viele Unternehmen haben sich bereit erklärt, Flüchtlinge einzustellen, stoßen in der Praxis jedoch oft an Grenzen“, sagte Klaus Stietenroth, Chef der niedersächsischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, der HAZ.

Gleichwohl laufen die Qualifizierungen auf Hochtouren. 87 000 Menschen befinden sich derzeit zwischen Ems und Elbe in Sprach- oder Fachkursen. Zum Vergleich: 2015 und in den ersten elf Monaten des Jahres 2016 kamen 130 000 Flüchtlinge nach Niedersachsen. Fehlende Sprachkenntnisse und Berufsabschlüsse sind laut Stietenroth die größten Hindernisse auf dem Weg zur Beschäftigung der Betroffenen.

Nur eine Minderheit werde kurzfristig eine Stelle finden, sagte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller. „Wenn wir es geschafft haben, nach fünf Jahren 50 Prozent in Lohn und Brot zu bekommen, ist das sicherlich ein Erfolg.“ Bundesweit schafften von Dezember 2015 bis November 2016 rund 34.000 Einwanderer aus den acht wichtigsten nicht europäischen Asylherkunftsländern den Schritt in den regulären Arbeitsmarkt. Insgesamt sind 406 000 arbeitssuchende Flüchtlinge registriert, 160 000 davon sind als arbeitslos erfasst.

Im Ein-Euro-Job-Programm für Flüchtlinge gibt es indes weit weniger Arbeitsgelegenheiten als geplant. „Nach ersten Zahlen entstanden bisher rund 5000“, sagte Möller. Das von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) initiierte Programm startete am 1. August und soll 100 000 öffentlich geförderte Jobs für Flüchtlinge schaffen.

Soweit die Betroffenen Arbeit gefunden haben, üben sie meist Helfertätigkeiten aus - vor allem im Gastgewerbe, in der Zeitarbeit und im verarbeitenden Gewerbe. Gastwirte seien mit den neuen Mitarbeitern meist sehr zufrieden, sagt Renate Mitulla vom Gaststättenverband. Einstellungen seien aber eher noch die Ausnahme. Zu oft gebe es Sprachbarrieren und „offene Wertefragen“. Flüchtlinge aus Nahost müssten mitunter erst lernen, Anweisungen von weiblichen Vorgesetzten umzusetzen.

Durch die Flüchtlingsmigration sind in Deutschland auch Arbeitsplätze entstanden. „Wir rechnen mit einer Größenordnung von etwa 50 000 oder 60 000“, sagte Möller. „Beschäftigungszuwachs gab es etwa im Bau, bei außerschulischen Lehrtätigkeiten, Wachleuten, Sozialarbeitern und in der öffentlichen Verwaltung.“ Großstädte, die einen Großteil der Flüchtlinge aufnehmen, haben einen überdurchschnittlichen Bedarf. Die Arbeitsagentur in Hannover zählt derzeit besonders viele offene Stellen.

Von Lars Ruzic und Basil Wegener

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