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Niedersachsen Ex-Preussag-Chef Saßmannshausen mit 80 Jahren gestorben
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07:56 26.11.2010

In Zeiten, als Handys noch eine ziemlich exotische Sache waren, konnte man Günther Saßmannshausen schon in nahezu jeder Lebenslage erreichen. Auf seinem Boot, zum Beispiel, einem umgebauten Fischkutter, hatte der Manager schon in den Achtzigern stets ein Telefon zur Hand. Für Erreichbarkeit rund um die Uhr werde ein Vorstandsvorsitzender schließlich bezahlt, erklärte der Preussag-Chef.

So weit entfernte sich der studierte Geologe allerdings selten von seiner Arbeit. Saßmannshausens Pensum war bei seinen Mitarbeitern berüchtigt, und so schien sein plötzlicher Abschied vom Chefposten erst auf den zweiten Blick logisch. Im Sommer 1988 stieg er völlig überraschend aus, gerade 58 Jahre alt geworden. Das Lebensalter bedeute in diesem Job wenig, erklärte er, wenn knapp drei Jahrzehnte Führungstätigkeit ihren Tribut fordern.

Direkt nach dem Studium, das er sich auch durch Arbeit unter Tage verdient hatte, kam Saßmannshausen Mitte der fünfziger Jahre zur damals bundeseigenen Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG. Als 30-Jähriger war er Direktor für das Erdöl- und Erdgasgeschäft, mit 38 Jahren Vorstandsmitglied – damals eine noch spektakulärere Karriere als heute. 1972 war der Vorstandsvorsitz erreicht.

Das mittlerweile privatisierte Unternehmen war ein schwieriger Fall. Preussag schrieb rote Zahlen, die Besitzer der ersten „Volksaktie“ bekamen keine Dividende. Saßmannshausens Vorgänger, der ehemalige Beamte Friedrich Krämer, hatte auf der Suche nach zukunftsträchtigen Geschäften ein Sammelsurium geschaffen, das erst einmal zu bereinigen war. „Rückzug auf das, was wir können“, gab der junge Nachfolger als Devise aus und startete gleichzeitig die Internationalisierung. Konzentriert auf die Geschäftsfelder Erdöl, Metalle und dazugehörige Dienstleistungen, fasste die Preussag wieder Tritt.

Wer Saßmannshausen in jenen Jahren erlebte, beschreibt den Mann von fast zwei Metern als gelassenen Pfeifenraucher, der seine Worte bedächtig abwägt. Doch das allein hätte wohl kaum gereicht, ihn mit 42 an die Preussag-Spitze zu bringen. Pragmatisch sei der Vater von vier Kindern gewesen, ohne Sinn für Pomp und Pathos, aber auch ausgestattet mit der Robustheit und dem bisweilen rustikalen Humor der Rohstoffleute.

Wer schon mit Mitte 30 ganz vorn war, kann auch mit Mitte 50 wieder einen Schritt zurück machen, dachte sich Saßmannshausen und wollte schon vor jenem Sommer 1988 abtreten. Doch ein Preissturz an den Rohstoffmärkten und die Schwäche des Dollar hatten die Preussag erneut in Schwierigkeiten gebracht. Noch einmal machte Saßmannshausen klar Schiff, um sich dann in den vermeintlichen Ruhestand zu verabschieden.

Von Ruhe konnte natürlich keine Rede sein. Zur langen Liste der Aufsichtsratsmandate kam 1989 noch ein besonderer Auftrag: Saßmannshausen leitete die Regierungskommission zur Privatisierung der Bundesbahn, wurde erster Vorsitzender des neuen Aufsichtsrats und später Ehrenvorsitzender.

In Hannover ist der gebürtige Siegerländer auch nach seinen Preussag-Jahren geblieben. Hier engagierte er sich in der Stiftung Niedersachsen und im Freundeskreis Hannover, und hier begleitete er den Umbau der Preussag zum Reisekonzern TUI – unsentimental, wie es seine Art war. Bis 2002 saß er dort im Aufsichtsrat und fuchste sich ins Reisegeschäft ein. In den vergangenen Jahren durfte der Ruhestand dann doch etwas ruhiger werden.

Am vergangenen Sonntag ist Günther Saßmannshausen im Alter von 80 Jahren gestorben.

Stefan Winter

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