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Niedersachsen Freiwillige Einzahlungen lohnen sich 
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13:02 19.02.2018
Wer im Alter nicht darben will, muss rechtzeitig die Weichen stellen. Quelle: dpa
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Hannover/Berlin

 Anders als Arbeitnehmer gibt es für Selbständige in der Regel keine obligatorische gesetzliche Altersvorsorge, sie müssen sich daher selbst um ihre spätere Rente kümmern. Sie können aber freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Nach Darstellung der Stiftung Warentest in der März-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ kann dies sinnvoll sein und sich sogar eher lohnen als der Abschluss einer privaten Rentenversicherung. 

Das Thema betrifft in Deutschland besonders die rund 2,3 Millionen Solo-Selbständigen, die allein von ihrer eigenen Arbeitskraft leben – wie kleine Handwerker, Ladenbetreiber oder Transportunternehmer. Anders als Freiberufler, also zum Beispiel Ärzte oder Rechtsanwälte, haben sie keine Versorgungswerke im Rücken, die ihnen die Sorge um die Altersvorsorge abnehmen. Dieser Personenkreis gilt heute schon als besonders betroffen von der Altersarmut, da häufig viel zu wenig Geld für das Alter zurückgelegt wird. 

Ihnen steht aber – was teilweise gar nicht bekannt ist - der Weg in die gesetzliche Rentenversicherung offen, und das ist nach Ansicht der Verbraucherschützer gar nicht der schlechteste. Zwar müssen Selbständige ihre Beiträge im Gegensatz zu Arbeitnehmern allein tragen, aber das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen: Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung errechnet sich auf Basis der späteren Rentenleistungen eine Rendite von 2 bis 3 Prozent. Angesichts der heutigen Renditen von privaten Rentenversicherungen ist dies auch nach Ansicht der Stiftung Warentest ein respektabler Wert. 

Demnach erwirbt zum Beispiel ein freiwillig Versicherter durch eine einmalige Einzahlung von rund 10 000 Euro derzeit einen Rentenanspruch von 44,05 Euro pro Monat, also 528, 60 Euro im Jahr. Die tatsächliche finanzielle Belastung ist jedoch deutlich niedriger, weil sich das Finanzamt beteiligt. Bei 30 000 Euro Jahresgewinn aus selbständiger Tätigkeit macht die Steuersparnis in dem Beispielfall fast ein Viertel des Beitrags aus. Bei höherem Gewinn kann die Steuerersparnis auf deutlich über 30 Prozent steigen. 

Damit eignen sich freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse als Basis für die Altersvorsorge. Eine Alternative für Selbständige ist die staatlich geförderte Altersvorsorge in Form der sogenannten Rürup-Rente, die von den privaten Versicherern angeboten wird. In steuerlicher Hinsicht unterscheidet sie sich nicht von der gesetzlichen Rente. Für die private Variante spricht allerdings, dass man mehr Geld einzahlen kann: Der Maximalbeitrag liegt hier bei jährlich 23 712 Euro, verglichen mit 14 508 Euro in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer also nicht mehr so viel Zeit hat, eine Altersvorsorge aufzubauen, könnte laut „Finanztest“ über einen „Rürup-Vertrag“ nachdenken. Allerdings schneiden die Angebote der privaten Versicherer derzeit wegen des ZInstiefs laut Stiftung Warentest relativ schlecht ab: Demnach bekommt hier man für einen Jahresbeitrag von 10 000 Euro sogar bei leistungsstarken Anbietern eine garantierte Rente von allenfalls 34 Euro pro Monat – also rund 10 Euro weniger als von der gesetzlichen Rentenversicherung. 

Die Verbraucherschützer warnen jedoch selbst davor, diese Zahlen überzubewerten. Schließlich weiß niemand, wie sich die Zinsen in den nächsten 20 Jahren entwickeln, die für die Leistungen der privaten Versicherer mitentscheidend sind. Und auch die gesetzliche Rente ist nicht für alle Zeiten sicher, sie hängt zum Beispiel von der Entwicklung des Arbeitsmarktes ab.

Ohne Abschlag früher in Rente

Arbeitnehmer haben keine Wahl: Sie sind in der Regel Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung und zahlen damit 18.6 Prozent ihres Bruttoeinkommens als Beitrag ein, jeweils zur Hälfte getragen vom Arbeitnehmer selbst und von der Firma. Allerdings können auch sie unter bestimmten Bedingungen ihren Rentenanspruch durch zusätzliche Einzahlungen erhöhen. Dies gilt für Arbeitnehmer, die vor Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand gehen wollen. Dies geht schon mit 63, wenn man mindestens 35 Versicherungsjahre nachweisen kann. Jeder Monat zu früh kostet jedoch 0,3 Prozent Abschlag. Dieser lässt sich jedoch durch freiwillige Einzahlungen bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze ausgleichen. Die Rentensicherung teilt auf Antrag mit, welche Zahlungen zum Ausgleich erforderlich sind. Aus steuerlichen Gründen kann es sinnvoll sein, die Summe nicht auf einmal, sondern über mehrere Jahre hinweg in Teilbeträgen an die Rentenkasse zu überweisen. 

Von Albrecht Scheuermann

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