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Niedersachsen Führungschoas beim Energieversorger EWE
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Führungschoas beim Energieversorger EWE
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00:15 20.02.2017
Von Jens Heitmann
EWE-Chef Brückmann: Gute Ergebnisse als Manager, aber mancher vermisst den Stallgeruch. Foto: dpa Quelle: Carmen Jaspersen
Hannover

Die Sitzung des Aufsichtsrates am 22. Februar könne turbulent werden, verlautete am Freitag aus Unternehmenskreisen. „Wir werden auf volle Aufklärung dringen, bevor wir für irgendetwas die Hand heben“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der HAZ.

Der Konzern bestätigte gestern, dass die Revisionsabteilung zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG „Unregelmäßigkeiten“ bei der mit etwa 2000 Mitarbeitern größten Tochter EWE-Netz untersucht.

Anlass dafür waren dem Vernehmen nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Brandenburg im Sommer 2016 gegen ein Tiefbauunternehmen, das EWE über Jahre überhöhte Rechnungen präsentiert haben soll - offenbar wurde die Firma dabei von EWE-Mitarbeitern unterstützt, die mitkassierten.

Teure Reisen auf fremde Kosten

In den folgenden Monaten erhielt der Oldenburger Konzern weitere Hinweise auf mögliche Korruptionsfälle. So hätten Mitarbeiter der Netz-Sparte Reparaturen ihrer Privatwagen von Zulieferern bezahlen lassen, andere buchten auf fremde Kosten teure Reisen. Auf Konzernebene keimte der Verdacht, dass es sich dabei nicht nur um Einzelfälle handeln könnte - externe Prüfer wurden ebenfalls eingeschaltet. Auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg will jetzt ermitteln.

Das Interesse an einer vorbehaltlosen Aufklärung war im Konzern aber offenbar ungleich verteilt. Zwei Mitglieder des Aufsichtsrates sollen später beim Chef der Revision darauf gedrungen haben, dass insbesondere auf zwei Führungskräfte aus der Netz-Sparte kein Verdacht fallen dürfe, berichtete ein Insider: „Die wollten einen Persilschein.“

Unbekannter Riese

Mit einem Umsatz von 8 Milliarden Euro und knapp 9000 Mitarbeitern ist EWE ein unbekannter Riese. Der Energieversorger und IT-Anbieter gehört komplett den Kommunen im Weser-Ems-Gebiet und spielt auf Bundesebene kaum eine Rolle. Außer in Niedersachsen ist EWE auch in Ostdeutschland sowie in Polen und der Türkei aktiv.

Den Hintergrund dieser ungewöhnlichen Initiative bildeten offenbar Turbulenzen im Vorstand: Nach dem Ausscheiden von zwei Managern waren dort im Dezember Plätze vakant - die Nachfolger sollten unbedingt „Stallgeruch“ haben, meinten mehrere Aufsichtsräte. Diese Bedingung würden die beiden Kandidaten von EWE-Netz erfüllen.

Mit Vorstandschef Brückmann hingegen fremdelte man im niedersächsischen Nordwesten zusehends. Dem Manager - im Oktober 2015 von der Mannheimer MVV gekommen - fehle es an Bodenständigkeit, hieß es bald. Als Anfang Februar eine Spende von 253 000 Euro an die Stiftung der Klitschko-Brüder bekannt wurde, sprach sich die Spitze des Aufsichtsrates sehr schnell für seine Abberufung aus.

Diese Eile hat andere Mitglieder des Gremiums überrascht. Brückmann habe als Manager überzeugt und für gute Ergebnisse gesorgt, sagte ein Beteiligter. „EWE braucht jetzt einen Neustart - möglicherweise aber nicht nur im Vorstand, sondern auch an der Spitze des Aufsichtsrates.“

Der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall hat mehr Investitionen zur Sicherung des Aufschwungs im Land angemahnt. Gerade in den für das Land wichtigen "Maschinen- und Ausrüstungsinvestitionen ist eine echte Belebung nicht in Sicht", sagte Niedersachsenmetall-Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt.

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