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Niedersachsen Gegen Möbelkonzern Steinhoff wird ermittelt
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Gegen Möbelkonzern Steinhoff wird ermittelt
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21:48 24.08.2017
Tricksereien mit Gesellschaftsanteilen? Zum Steinhoff-Möbelimperium zählen auch die 100 deutschen Poco-Märkte, hier der in Linden. Quelle: Kutter
Hannover

 Zuvor hatte das „Manager Magazin“ über die Ermittlungen berichtet. Diesem Bericht zufolge gehört Steinhoff-Chef Markus Jooste zu den Verdächtigen. Die Aktie brach am Donnerstag zeitweise um über 13 Prozent ein.

Auswertung dauert Monate

Die Steinhoff International Holding gilt als zweitgrößter europäischer Möbelhersteller nach Ikea. Zu ihr gehören 40 Marken, darunter die Möbelhauskette Poco. Der Hauptsitz befindet sich in Amsterdam, die Europazentrale in Westerstede bei Oldenburg. Dort liegen auch die Wurzeln des Unternehmens. Weltweit beschäftigt es aktuell rund 130 000 Mitarbeiter. Das hannoversche Möbelhaus Steinhoff am Braunschweiger Platz hat keine Beziehungen zu dem Konzern.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass vier aktuelle und ehemalige Steinhoff-Manager beim Verkauf von Gesellschaftsanteilen getrickst haben. Es sollen überhöhte Umsatzerlöse in die Bilanzen konzernzugehöriger Gesellschaften eingeflossen seien, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Dadurch könnte der Bilanzwert des börsennotierten Konzerns zu hoch dargestellt worden sein. Es geht bei mehreren Transaktionen jeweils um „dreistellige Millionenbeträge“.

Der Konzern sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Wesentliche Fakten und Vorwürfe sind falsch oder irreführend“, erklärte Steinhoff. Man habe schon 2015 auf Untersuchungen wegen Bilanzfragen hingewiesen. Man arbeite mit den Behörden zusammen. Eigene Nachforschungen hätten keine rechtlichen Probleme zu Tage gefördert.

Der Staatsanwaltschaft hat bei Durchsuchungen umfangreiche Unterlagen sicherstellen lassen. Die Auswertung soll mehrere Monate dauern. Im Zuge der Ermittlungen habe außerdem eine dritte Person Strafanzeige wegen des Verdachts der Urkundenfälschung erstattet.

Milliardengewinn 2016

Gegründet wurde der Möbelkonzern 1964 von Bruno Steinhoff in Westerstede. Er zog sich 2008 aus dem operativen Geschäft zurück. Mittlerweile gehören zahlreiche Möbelketten zu der Holding, zum Beispiel Kika in Österreich, Conforama in Frankreich und Poco. Letztere betreibt in Deutschland mehr als 100 Filialen mit rund 7500 Mitarbeitern. Steinhoff International meldete im zuletzt abgeschlossenen Geschäftsjahr (Juni 2016) einen Umsatz von 13,1 Milliarden Euro und einen Gewinn von 1,2  Milliarden Euro.

Von Christian Wölbert

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