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Kandidat für Aufsichtsrat

Gericht bremst Griff Schaefflers nach der Macht bei Continental

Für die hoch verschuldete fränkische Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler kommen immer neue Hiobsbotschaften. Am Dienstag stoppte das Landgericht Hannover die Berufung ihres Kandidaten für den Aufsichtsrat der Continental AG, Rolf Koerfer.
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Hauptsitz der Schaeffler KG in Herzogenaurach

© Timm Schamberger /ddp

Die Conti war im vergangenen Herbst von der Herzogenauracher Schaeffler-Gruppe übernommen worden. Koerfer sollte am Freitag dieser Woche nach den Plänen Schaefflers zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt werden.
Conti-Aktionär Christian Strenger hatte Beschwerde gegen die Bestellung Koerfers eingelegt, weil er einen Interessenkonflikt sah: Koerfer sei Chefberater von Schaeffler, müsse aber laut Gesetz als Aufsichtsrat allein die Interessen der Conti AG vertreten. Das Landgericht setzte Koerfers Bestellung zunächst aus. Es will jetzt Stellungnahmen der bisherigen Aufsichtsratsmitglieder zu dem Einwand abwarten. Bis zum 10. März bleibt dazu Zeit.

Doch im Aufsichtsrat des hannoverschen Autozulieferers regt sich mittlerweile generell Widerstand gegen eine Kontrolle durch Schaeffler. Der Vertreter der leitenden Angestellten in dem Gremium, Thorsten Resse, sagte, er sehe eine mögliche Wahl Koerfers „äußerst kritisch“. Schließlich habe sich die Lage seit der jüngsten Aufsichtsratssitzung durch die finanziellen Schwierigkeiten Schaefflers grundlegend geändert. Jetzt müsse man zunächst die Verhandlungen zwischen Schaeffler, den Banken und der Bundesregierung über ein Rettungskonzept abwarten.

Schaeffler benötigt bis zu sechs Milliarden Euro frisches Eigenkapital. Die Banken – allen voran die Commerzbank mit ihrem Vorstandschef Martin Blessing – erwägen bereits, Schulden in Eigenkapital zu wandeln und das Sagen zu übernehmen. De facto sitze Blessing bereits bei Schaeffler im „Fahrersitz“, heißt es in Regierungskreisen. An der Commerzbank ist mittlerweile der Staat mit 25 Prozent beteiligt.

Unklar bleibt das Vorgehen der großen Gewerkschaften. Die IG Metall hatte sich unlängst mit Maria-Elisabeth Schaeffler auf eine „Zukunftsvereinbarung“ verständigt, danach soll Schaeffler ein „Ankeraktionär“ bleiben. Die IG BCE setzt sich dagegen für eine Abspaltung der Gummisparte ein. Das Gros der Belegschaft sei aber gegen eine Zerschlagung des Konzerns in einen Metall- und einen Chemie-Betrieb, hieß es am Dienstag aus Kreisen des Managements.

[Lars Ruzic]

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