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Niedersachsen Getreidepreise steigen zum Jahresende kräftig
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Getreidepreise steigen zum Jahresende kräftig
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21:06 26.12.2014
Das Lagern im Silo hat sich gelohnt: In den vergangenen Tagen sind die Getreidepreise um fast 10 Prozent gestiegen. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

An der Pariser Matif wird die Tonne Weizen zur Lieferung im März jetzt mit 200 Euro gehandelt, wie der Landhändler Konrad Weiterer der HAZ sagte. Das seien fast 10 Prozent mehr als noch Mitte Dezember. Damit liegen die Preise nur noch um rund 10 Euro niedriger als vor einem Jahr. Der Preis, den die Landwirte vom Landhandel und den Genossenschaften für ihr Getreide bekommen, ist etwa 20 Euro niedriger als die Börsennotierung. Aktuell erlösen sie mithin etwa 180 Euro je Tonne.

Hauptgrund für den Preisanstieg dürfte nach Einschätzung von Weiterer der „Russland-Effekt“ sein. Die Regierung in Moskau, die gegen Rubelverfall und hohe Inflation kämpft, hat den Export von Getreide eingeschränkt. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt und ein Anstieg der Brotpreise gebremst werden, wie Regierungschef Dmitri Medwedew erklärte. Die Nachricht trieb die Weizennotierungen an den Börsen in die Höhe.

Ob dies eine Trendwende bei den Preisen einleitet, wird in der Agrarbranche bezweifelt. „Da ist vor allem Psychologie im Spiel“, warnte der Landhändler Weiterer. An den Fundamentaldaten habe sich nichts geändert. Und die sprächen dagegen. So gab es in diesem Jahr in den großen Anbauregionen der Welt gute Getreideernten. In der Folge waren die Preise stark unter Druck geraten.

Auch die Landwirte in Russland, das drittgrößter Getreideexporteur der Welt ist, haben mit rund 104 Millionen Tonnen eine der größten Getreideernten seit etlichen Jahren eingefahren. Preisstabilisierend hatte sich in den vergangenen Wochen der kräftig gestiegene Export von Europa nach Nordafrika und den Nahen Osten ausgewirkt.

In Sorge ist die Agrarbranche allerdings, dass Russland am Ende noch ein völliges Ausfuhrverbot für Getreide verhängen könnte. Das hatte die Regierung schon einmal 2010 getan, weil damals große Teile der Ernte durch die anhaltende Dürre vernichtet worden waren.

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