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IG Metall und Verdi

Gewerkschaften wollen Leiharbeit begrenzen und regulieren

Um Lohndumping und Verdrängung von Stammbelegschaften durch Zeitarbeiter Einhalt zu gebieten, soll Leiharbeit begrenzt und reguliert werden: Darüber sind sich die Gewerkschaften IG Metall und Verdi einig. Bei der Leiharbeit sei in Deutschland „ein großer Niedriglohnsektor mit prekären Arbeitsbedingungen“ entstanden.
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Bei VW – hier die Produktion in Hannover– bekommen die Zeitarbeiter nach 19 Monaten das gleiche Gehalt wie die Stammbelegschaft.

Bei VW – hier die Produktion in Hannover– bekommen die Zeitarbeiter nach 19 Monaten das gleiche Gehalt wie die Stammbelegschaft.

© Michael Thomas

Die Gewerkschaften IG Metall und Verdi wollen Leiharbeit begrenzen und regulieren. Dem Lohndumping müsse ebenso Einhalt geboten werden wie der Verdrängung von Stammbelegschaften durch Zeitarbeiter, forderten die Landesbezirksleiter Hartmut Meine und Siegfried Sauer am Donnerstag in Hannover. Es könne nicht sein, dass Leiharbeiter über Jahre hinweg im selben Betrieb beschäftigt würden - aber zu deutlich schlechteren Bedingungen als die regulären Arbeitnehmer.

Die gesetzlichen Regelungen müssten dringend geändert und europäischen Mindeststandards angepasst werden, fordern die Gewerkschaften. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) solle eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg bringen. Bei der Leiharbeit sei in Deutschland „ein großer Niedriglohnsektor mit prekären Arbeitsbedingungen“ entstanden.

Die Leiharbeiter seien im Krisenjahr 2008 die ersten Opfer gewesen, die ihren Arbeitsplatz verlassen mussten, sagte Meine von der IG Metall. Und jetzt seien sie wieder die ersten, die eingestellt würden. Aber ihre Jobs seien unsicher und sie bekämen bei gleicher Qualifikation etwa 30 Prozent weniger Geld als reguläre Beschäftigte.

Die These, dass Leiharbeit eine Brücke in den Arbeitsmarkt bilden könne, halten die Gewerkschaften für widerlegt. Nach einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fänden lediglich sieben Prozent der ehemals Arbeitslosen durch Leiharbeit einen festen Arbeitsplatz.

Sauer berichtete zudem von Unternehmen im Dienstleistungssektor, die eigene Servicegesellschaften zur Beschäftigung von Leiharbeitern gründeten. Das müsse verboten werden. Tarifbedingungen würden damit umgangen und Stammbelegschaften verdrängt. Außerdem müsse per Gesetz ausgeschlossen werden, dass Verleihfirmen Arbeitnehmer nur für einen Auftrag einstellen und anschließend entlassen dürften.

Die Zahl der Leiharbeiter in Niedersachsen sei laut Landesamt für Statistik wieder auf über 71.000 Beschäftigte gestiegen - fast drei Prozent der Arbeitnehmer. Das Land Bremen habe mit gut 10.000 Leiharbeitern und einem Anteil von 3,7 Prozent bundesweit die höchste Quote vor Hamburg und Thüringen. Nach Angaben von Verdi ist etwa die Hälfte der Leiharbeitnehmer in der Dienstleistungsbranche beschäftigt.

dpa


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