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00:46 21.04.2018
Paulo Carreno, Geschäftsführer von ProMexiko, und Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, stimmen sich auf die Hannover Messe ein. Quelle: dpa
Hannover

 Die weltgrößte Industrieschau wird noch größer: Die Aussteller auf der Hannover Messe belegen in diesem Jahr acht Prozent mehr Hallenfläche als 2016, sagte Jochen Köckler, der Chef des Veranstalters Deutsche Messe AG, am Mittwoch. Zusammen mit der Logistikmesse CeMAT belegt die Veranstaltung 227.000 Quadratmeter auf dem hannoverschen Messegelände. „Es gibt nichts in der Welt der Industrie, was daran annähernd heranreicht“, betonte Köckler auf der Auftakt-Pressekonferenz zur Messe, die am Sonntag eröffnet wird.

Der Veranstalter erwartet in diesem Jahr 200.000 Besucher – das wären rund 10.000 mehr als vor zwei Jahren. Da die Hannover Messe in den geraden Jahren mit eingeschränktem Themenspektrum stattfindet, lassen sich die Zahlen von 2018 am besten mit denen von 2016 vergleichen. 

Die Messe ist auch internationaler denn je. Rund 60 Prozent der Aussteller und voraussichtlich ein Drittel der Besucher kommen mittlerweile aus dem Ausland. Wie schon im Vorjahr liegt China auf Rang zwei der am stärksten vertretenen Ausstellerländer, hinter Deutschland. „Das ist ein klares Signal, wie stark exportorientiert China arbeitet“, sagte Köckler. Insgesamt haben 5000 Aussteller aus 75 Ländern Stände in Hannover gebucht.

Aus dem Partnerland Mexiko stammen 160 von ihnen, deutlich mehr als in den Vorjahren. Der Geschäftsführer der Industrievereinigung Pro México, Paulo Carreno, warb am Mittwoch für Investitionen in seinem Land: „Wir sind eine der offensten Volkswirtschaften der Welt.“ BMW, Bosch, Siemens und viele weitere führende Konzerne fertigten dort, betonte er. Die Hannover Messe wolle man aber auch nutzen, um zu zeigen, wie innovativ mexikanische Firmen und Start-ups sind.

Zentrales Thema der Hannover Messe ist nach wie vor die „Industrie 4.0“ – also die Digitalisierung der Fabriken, für höhere Produktivität und Qualität. Gelingen soll das zum Beispiel durch Roboter, vernetzte Maschinen und Software

Sami Atiya, Vorstand des Schweizer Industriekonzerns ABB, betonte, wie schnell dieser Wandel voranschreitet: „2008 gab es in China 32.000 Industrieroboter, 2014 waren es 240.000, 2020 werden es voraussichtlich 950.000 sein.“ Roboter seien aber Assistenz, keine Konkurrenz für den Menschen. Viele Mittelständler könnten sich zudem keine Heerscharen von Ingenieuren leisten und setzten daher verstärkt auf Vereinfachung.

Logistik und Produktion gemeinsam

Auch Messe-Chef Köckler betonte, dass die Technik den Menschen nicht ersetze. „In diesem Jahr werden so viele Assistenzsysteme auf der Messe gezeigt wie nie zuvor.“ Als Beispiele nannte er Exoskelette, die beim Tragen von schweren Lasten helfen, und intelligente Fabrikarbeitsplätze, die sich automatisch an unterschiedliche Mitarbeiter und Aufgaben anpassen. Die Kernbotschaft der Messe laute daher: „Die Fabrik der Zukunft ist eine mitdenkende Fabrik mit dem Menschen im Mittelpunkt.“

Die Industrie 4.0 ist laut der Deutschen Messe auch der Grund dafür, dass die Logistikmesse CeMAT erstmals seit 16 Jahren wieder parallel zur Hannover Messe stattfindet: Durch die Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen Logistik und Produktion. Der Schwerpunkt der CeMAT liegt auf der Intralogistik, also den Materialflüssen auf dem Werksgelände. Eine wichtige Rolle spielt auch die Technik für Logistikzentren von Online-Händlern.

Fünf Messetage

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des diesjährigen Partnerlandes Mexiko, Enrique Pena Nieto, werden die Hannover Messe am Sonntag eröffnen. Doch erst am Montag um 9 Uhr geht es richtig los: Dann öffnen die Hallen auf dem Messegelände.

Die Messe richtet sich zwar in erster Linie an Fachbesucher, doch jedermann kann Tickets kaufen und den Robotern beim Schrauben, Schweißen und Kleben zusehen. Das Tagesticket kostet 31 Euro, das Dauerticket 70 Euro. Alle Tickets gelten auch für die Logistikmesse CeMAT. Beide Bereiche haben von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Am Freitag zahlen Kinder und Jugendliche sowie begleitende Erwachsene und Kleingruppen an den Tageskassen nur 3 Euro pro Person.

Das Messe-Ticket dient nicht als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr. Der GVH bietet aber für 25,40 Euro ein Spezialticket an, mit dem man von Sonntag bis Freitag in allen Bussen und Bahnen im GVH-Gebiet fahren kann. 

Von Christian Wölbert und Ralf Krüger

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