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Rückversicherer

Hannover Rück meldet Großabschluss in Großbritannien

Von Albrecht Scheuermann

Nur wenige Tage nach dem Jahresbeginn meldet die Hannover Rück schon einen großen Geschäftsabschluss. Sie habe „erfolgreich eine Blocktransaktion für Langlebigkeitsrisiken in Großbritannien abgeschlossen“, teilte die Tochter des Talanx-Konzerns am Montag mit. Konkret geht es dabei um ein Geschäft mit der britischen Versicherung Legal & General beziehungsweise – indirekt – mit dem Industriekonzern Pilkington.
Foto: Hannover Rück sichert künftig das sogenannte Langlebigkeitsrisiko von 11.500 früheren Pilkington-Mitarbeitern ab.

Hannover Rück sichert künftig das sogenannte Langlebigkeitsrisiko von 11.500 früheren Pilkington-Mitarbeitern ab.

© dpa

Hannover. Hannover Rück sichert künftig das sogenannte Langlebigkeitsrisiko von 11.500 früheren Pilkington-Mitarbeitern ab – also das Risiko, dass diese älter werden als kalkuliert.

„Mit dieser Transaktion festigen wir unsere führende Position im attraktiven Markt für Langlebigkeitsrisiken“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Wallin. „Auch für die Zukunft erwarten wir gute Geschäftsmöglichkeiten, da der Wunsch von Unternehmen, ihre direkten Pensionsverpflichtungen zu begrenzen, zunehmen sollte.“

Pilkington bietet seinen Beschäftigten – wie in Großbritannien wegen der dort nur schwach ausgeprägten gesetzlichen Rentenversicherung üblich – eine Betriebsrente. Die daraus resultierenden Pensionsverpflichtungen wurden an Legal & General ausgelagert. Sie belaufen sich für die 11 500 früheren Pilkington-Mitarbeiter den Angaben zufolge auf umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro.

Die Verpflichtungen werden nun von Hannover Rück rückversichert. Sie übernimmt das Risiko, dass die Versicherten älter werden als erwartet, und erhält dafür eine Prämie. Diese beträgt anfangs umgerechnet 72 Millionen Euro pro Jahr. Über die Gesamtlaufzeit rechnet Hannover Rück mit Einnahmen von fast einer Milliarde Euro. Wie eine Sprecherin des Unternehmens erläuterte, endet für Hannover Rück das Geschäft dann, wenn der letzte der 1. 500 Pilkington-Betriebsrentner gestorben ist. Ihr Durchschnittsalter betrage 73 Jahre. Entsprechend werde mit einer Gesamtlaufzeit von rund 25 Jahren kalkuliert.

Das Geschäft mit solchen „Langlebigkeitsrisiken“ ist für die Hannover Rück seit dem Start Mitte der neunziger Jahres zu einem wichtigen Standbein geworden. Immerhin erwirtschaftet sie daraus jetzt jährliche Prämien von etwa einer Milliarde Euro. Dies sind rund 20 Prozent der Einnahmen der Hannover Life Re – also des Unternehmensteils, der sich mit der sogenannten Personen-Rückversicherung beschäftigt. Insgesamt kommt Hannover Rück auf Prämieneinnahmen von 11 Milliarden Euro.

Die Rückversicherung von Rentenansprüchen sei auch deshalb interessant, weil das Unternehmen dadurch sein Gesamtrisiko verringern könne, hieß es. Damit ist gemeint, dass diese ein Gegengewicht zur Rückversicherung von Lebenversicherungsverträgen bildet: Wenn die Lebenserwartung höher ausfällt als kalkuliert, wird der Rückversicherer zwar durch die länger laufenden Rentenzahlungen belastet, zugleich aber durch die entsprechend niedrigere Sterblichkeit in der Lebens-Rückversicherung entlastet.

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