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Niedersachsen Immer mehr Menschen haben Nebenjobs
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Immer mehr Menschen haben Nebenjobs
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22:08 29.08.2017
Schichtbeginn nach Feierabend: Die Veranstaltungskoordinatorin Janika Benecke zapft bei ihrem Zweitjob in einer Bar ein Bier.  Quelle: dpa
Hannover

Fast jeder zehnte Beschäftigte in Niedersachsen bessert seine Einkünfte mit einem Nebenjob auf. Von den 2,8 Millionen Menschen mit einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit hatten Ende des vergangenen Jahres knapp 250.000 noch zusätzlich einen Minijob, wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) mitteilte. Das seien 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, sagte die Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen und Bremen, Sonja Kazma. Bundesweit gibt es fast 2,7 Millionen Beschäftigte mit einem Nebenjob.

„Seit den Hartz-Reformen hat sich die Zahl mehr als verdoppelt“, sagte IAB-Forscher Enzo Weber. 2003 gingen lediglich 1,2 Millionen Menschen im Nebenberuf einem Minijob nach. „Für viele Menschen in Niedersachsen reicht das Einkommen nicht aus, um für sich
oder für die Familie zu sorgen“, stellte der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Hartmut Tölle, fest. Dies zeige nicht nur die wachsende Zahl der Doppeljobber, sondern auch die Armutsquote.
Tatsächlich ist das Armutsrisiko trotz der anhaltend guten Wirtschaftslage und Hunderttausender neuer Arbeitsplätze nicht gesunken: Rund 1,25 Millionen Niedersachsen waren 2016 von Armut
bedroht, wie das Statistische Landesamt mitteilte.

Die sogenannte Armutsgefährdungsquote stieg demnach sogar leicht von 15,9 auf 16 Prozent. Bundesweit waren im vergangenen Jahr 15,7 Prozent der Menschen von Armut bedroht.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies kündigte bei der Vorstellung des SPD-Landtagswahlprogramms ein Gegensteuern an: Es könne nicht sein, dass Menschen trotz Arbeit von Armut betroffen seien und Unternehmen Arbeit auf zahlreiche Minijobs oder Teilzeitstellen zerstückelten. In der Region Hannover etwa seien von den 420.000 Beschäftigten 86.000 sogenannte Aufstocker, die zusätzlich zu ihrem Lohn Sozialleistungen bezögen, sagte Lies. Nach Angaben des DGB befinden sich in Niedersachsen mit 42,1 Prozent überdurchschnittlich viele Beschäftigte in sogenannter atypischer Arbeit – also in Teilzeit, in Leiharbeit oder in Minijobs.

Allerdings werden die jüngsten statistischen Zahlen höchst unterschiedlich bewertet. So sagen auch die Arbeitsmarktforscher, dass nicht immer finanzielle Not Grund für einen Zweitjob sei. Die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) betonen, dass der Aufschwung auch in Niedersachsen ankomme. „Bei den Erwerbstätigen ist die Armutsgefährdungsquote um 0,1 Prozent zurückgegangen, bei Rentnerinnen und Rentnern sogar um 0,4 Prozent“, hob UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller hervor.     

Arbeitslosigkeit sinkt vorerst nicht mehr

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird in der zweiten Jahreshälfte kaum noch sinken. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nach seiner monatlichen Umfrage bei den 156 Chefs der Arbeitsagenturen. Als Grund für die Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt nennen die Forscher die wachsende Zahl von Flüchtlingen, die nach Absolvierung ihres Integrations- und Sprachkurses verstärkt auf den Arbeitsmarkt drängten, aber nicht immer sofort eine Stelle fänden. Grundsätzlich laufe es aber auf dem Arbeitsmarkt weiter gut. Ende Juli waren der Bundesagentur 750.000 offene Stellen gemeldet worden.

dpa

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