Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Industrie- und Handelskammern legen Streit bei
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Industrie- und Handelskammern legen Streit bei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:14 12.12.2016
Von Jens Heitmann
Die IHK Hannover mit Sitz am Schiffgraben stellt den ersten Präsidenten der IHK Niedersachsen. Das Ehrenamt soll zwischen den sieben Mitgliedskammern rotieren. Quelle: Florian Wallenwein
Hannover

„Die IHKN ist das Sprachrohr der niedersächsischen Wirtschaft und schlagkräftiger als jemals zuvor“, erklärte der Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg, Olaf Kahle, am Montag.

Der Streit zwischen den IHK hatte sich 2005 an einer Personalie entzündet. Die Kammern in Lüneburg-Wolfsburg, Stade, Ostfriesland, Oldenburg und Osnabrück stießen sich an der Arbeit des früheren Hauptgeschäftsführers Wilfried Prewo, der in Personalunion Chef der IHK Hannover und des niedersächischen Kammerverbundes war. Seinerzeit sei die Meinung Hannovers häufig ohne Abstimmung mit den übrigen Kammern als gemeinsame Position dargestellt worden sei, hieß es.

Daraufhin hatten sich die Wege getrennt: Die fünf „aufmüpfigen“ Kammern traten seither als Niedersächsischer Industrie- und Handelskammertag (NIHK) auf, die Allianz aus Hannover und Braunschweig nennt sich Niedersächsische IHK-Arbeitsgemeinschaft. Glücklich mit der Trennung waren beide Seiten in der Folge nie, aber Gespräche über eine gemeinsame Zukunft waren erst seit 2012 wieder möglich - nach dem Ausscheiden Prewos aus dem Amt.

Gesprächsfaden hält

Doch das gegenseitige Misstrauen saß immer noch tief. So stieß etwa der Vorschlag der IHK Hannover auf Ablehnung, „unter fairer Einbeziehung aller“ die Interessen aller Kammern gegenüber der Landesregierung zu vertreten - auch weil deren Hauptgeschäftsführer Horst Schrage das Tagesgeschäft des NIHK in Personalunion führen sollte. Stattdessen stellten die fünf anderen Kammern mit Susanne Schmitt eine eigene Hauptgeschäftsführerin ein.

Gleichwohl seien die Gesprächsfäden nie abgerissen, hieß es Montag. Zuletzt habe es insbesondere im Lager des NIHK „Bewegung“ gegeben. Hannover und Braunschweig waren nicht mehr so isoliert wie in den Jahren zuvor. Dafür traten jedoch Animositäten zwischen Oldenburgern und Ostfriesen sowie den fünf übrigen Kammern zutage. Den Durchbruch brachte offenbar ein gemeinsames Abendessen mit Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) Anfang November. „Danach waren wir auf der Zielgeraden“, sagte ein Beteiligter.

Die Details des neuen Zusammenschlusses zeigen jedoch, wie schwierig das Binnenverhältnis immer noch ist. Erster Präsident des IHKN wird der hannoversche IHK-Chef Christian Hinsch. Künftig rotiert das Ehrenamt zwischen den sieben Kammern - Hannover ist jedoch alle drei Jahre an der Reihe. Auch die Stellvertreter mischen sich durch.

Kompliziert ist auch der Kompromiss auf der Ebene der Hauptgeschäftsführer: Im künftig dreiköpfigen Gremium sind Horst Schrage und Susanne Schmitt als feste Vertreter gesetzt - der dritte im Bunde aus dem Kreis der übrigen sechs Kammern soll alle zwei Jahre rotieren. Schrage bleibt in Personalunion Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Schmitt werde ihm quasi als „Neutrale“ zur Seite gestellt. Der dritte IHKN-Hauptgeschäftsführer bekleidet dieses Amt auch bei seiner Heimatkammer.

Am Freitag wurde der langjährige Nord/LB-Chef Gunter Dunkel offiziell verabschiedet. Ministerpräsident Stephan Weil bekundete dem Banker in seiner Abschiedsrede großen Respekt. Dunkel habe ihm einst versprochen, dass Weil wegen ihm nie unruhig schlafen müsse, sagte der Ministerpräsident. „Er hat sein Versprechen gehalten.“

Albrecht Scheuermann 10.12.2016
Niedersachsen Gute Wirtschaftslage beim Reisekonzern - Tui trotzt politischen Turbulenzen

Weder der absehbare Ausstieg der Briten aus der EU noch die politischen Turbulenzen in der Türkei können der Tui bisher etwas anhaben. Obwohl der Pfund-Kurs auf den tiefsten Stand seit 30  Jahren gefallen ist, sei die Buchungslage bei britischen Kunden stabil, sagte Tui-Chef Friedrich Joussen am Donnerstag bei der Bilanzvorlage.

Jens Heitmann 08.12.2016

Mehr Jobs, mehr Wachstum, weniger Arbeitslose: Das Statistische Landesamt bescheinigt Niedersachsen in vielen Bereichen eine positive Entwicklung. Das Land profitiert wie ganz Deutschland vom anhaltend starken wirtschaftlichen Wachstum - doch nicht Jeder profitiert davon.

07.12.2016