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Niedersachsen Mitarbeiter demonstrieren gegen Schließung
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00:18 23.06.2018
Im Mai hatten die Jungenthal-Beschäftigten schon in Misburg gegen die Schließung protestiert. Quelle: IG Metall
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Hannover/Hamburg

Die Belegschaft der Jungenthal Waggon GmbH in Hannover-Misburg will die Schließung des Werkes nicht akzeptieren. Am Mittwoch protestierten etwa 50 Mitarbeiter in Hamburg am Rande einer Veranstaltung des Verbandes der Güterwagenhalter. Die Jungenthal-Mutter GATX ist Mitglied dieses Verbandes.

Sie hatte Anfang Mai ohne Ankündigung den Betrieb in Misburg geschlossen, der sich vor allem mit der Wartung und Reinigung von Kesselwagen beschäftigt. 66 Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt, bekommen aber weiterhin ihren Lohn, da ihre Verträge vorerst noch gelten. Die Belegschaft will sich laut IG Metall „nicht mit einem Sozialplan abspeisen lassen“.

Sie hegt den Verdacht, dass der US-Konzern den Betrieb in Misburg gar nicht beenden, sondern ihn unter neuem Namen ohne Betriebsrat und Tarifverträge wieder aufnehmen will. Laut Andreas Nolte von der IG Metall gibt es dafür Anzeichen. So habe der Konzern teure Investitionen am Standort fertiggestellt sowie den Güterbahnhof in Misburg komplett für seine Waggons angemietet.

Die jetzigen Beschäftigten seien im Schnitt über 50 Jahre alt und teilweise schon sehr lange für Jungenthal tätig. Nolte nannte den Umgang von GATX mit den Beschäftigten einen „Skandal“. Der Konzern äußerte sich am Mittwoch zu den Vorwürfen nicht. Er gehört zu den größten Vermietern von Kessel- und Güterwagen sowie Lokomotiven weltweit, allein in Europa verfügt er über 23 000 Wagen.

Von Albrecht Scheuermann

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